Vakantes Papstamt – Christoph Schönborn

Im Grunde spricht gegen ihn nur, dass er aus globaler Sicht fast wieder ein deutscher Papst wäre. Der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn bringt ansonsten nach Ansicht italienischer Vatikanspezialisten viel mit, das ihn qualifizieren könnte - mit 68 Jahren auch das passende Alter und große Erfahrung; seit 13 Jahren leitet er die Erzdiözese Wien. Den Benedikt-Treuen im Konklave dürfte gefallen, dass der österreichische Kardinal, der auch selbst als Professor Moraltheologie lehrte, ein Ratzinger-Schüler war - und geblieben ist. Er gilt als einer, der öffentlich gut auftreten kann. Er ist ein Garant dafür, dass das Thema der Missbrauchsbekämpfung einen hohen Stellenwert behält. Schönborn gehört drei Kongregationen und drei päpstlichen Räten an, darunter dem für Neu-Evangelisierung. Er gilt im Vatikan also als Mann, der Wege in die Zukunft zeigen kann. Lobend wird in Rom auch erwähnt, dass dieser Kardinal gekleidet wie ein einfacher Priester mit dem Zug am Bahnhof Termini ankam und seinen Rollkoffer selbst zum Taxi zog.

Bild: dpa 17. Februar 2013, 15:232013-02-17 15:23:37 © SZ vom 16. und 17.02.2013/feko