Vakantes Papstamt – Odilo Scherer

Schon die schiere Macht der Zahlen gibt Odilo Scherer, dem Mann aus Brasilien, Gewicht. 137 Millionen Menschen zählt die katholische Landeskirche in seinem Heimatland. Und rund 80 Prozent der 500 Millionen Lateinamerikaner sind katholisch; somit stellt der Kontinent fast 42 Prozent der Katholiken weltweit. Seit dem Jahr 2007 ist Scherer, der in Rio Grande do Sul als Nachfahre deutscher Immigranten geboren wurde, Erzbischof einer der Mega-Metropolen der Welt: der Elf-Millionen-Stadt Sao Paolo. Er fungiert zudem als Vorsitzender der brasilianischen Bischofskonferenz. Dass ein Kardinal aus Südamerika Papst werden könnte und sollte, ist seit Jahrzehnten ein Thema in der katholischen Kirche. Dieses Mal sind viele Konklave-Teilnehmer, die von dem Kontinent stammen, sehr nahe an der Altersgrenze. Scherer ist mit 63 Jahren einer der Jüngsten, und er ist schon lange auch in Roms Kurie bestens eingeführt als Angehöriger von sechs Räten respektive Kongregationen. Sein Ruf in Rom ist, so weit man hören kann, untadelig.

Bild: REUTERS 17. Februar 2013, 15:232013-02-17 15:23:37 © SZ vom 16. und 17.02.2013/feko