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Tornado in den USA:Viele Tote in Missouri

"75 Prozent der Stadt sind praktisch verschwunden": Ein schwerer Wirbelsturm hat im US-Bundesstaat Missouri gewaltige Schäden angerichtet - besonders betroffen ist die Stadt Joplin. Mindestens 116 Menschen kamen ums Leben.

Bei einem schweren Tornado sind im US-Bundesstaat Missouri mindestens 116 Menschen getötet worden. Sieben Vermisste konnten nach Angaben der Behörden gerettet werden.

Ein völlig verwüstetes Viertel in der Stadt Joplin im Jasper County: Ein Wirbelsturm zog dort offenbar mitten durch das Zentrum.

(Foto: AP)

Der Sturm mit Geschwindigkeiten bis 265 Kilometer pro Stunde hatte am Sonntag weite Teile der Kleinstadt Joplin, 260 Kilometer südlich von Kansas City, zerstört. Das Unwetter zog offenbar mitten durch das Stadtzentrum und richtete dort gewaltige Schäden an. Wie ein Sprecher der Stadt mitteilte, wurden bei dem Sturm 25 bis 30 Prozent der Häuser beschädigt. Der Tornado habe eine etwa zehn Kilometer lange Schneise der Verwüstung quer durch das Zentrum der Stadt geschlagen.

Laut der Zeitung Kansas City Star wurde ein sieben Stockwerke hohes Krankenhaus von dem Tornado schwer getroffen. Fotos zeigten ein völlig ramponiertes Gebäude, über das Augenzeugen dem Fernsehsender CNN sagten, es sehe einsturzgefährdet aus.

Möglicherweise habe es in dem St. John's Regional Medical Center auch gebrannt, da Rauch aus dem Gebäude aufgestiegen sei. Die Klinik sei evakuiert und die Patienten in umliegende Notunterkünfte gebracht worden. Nach Medienberichten hat der Sturm medizinische Geräte aus dem Krankenhaus bis zu hundert Kilometer weit weggeschleudert.

Auch an anderen Gebäuden in der Umgebung gab es massive Schäden. Fenster seien herausgeflogen und Dächer teilweise abgedeckt worden. Die Lokalzeitung The Joblin Globe schrieb von "großen strukturellen Schäden". Eine Mitarbeiterin des Roten Kreuzes sagte CNN in einem Telefoninterview, noch nie ein solches Ausmaß an Zerstörung gesehen zu haben. "Ich würde sagen, 75 Prozent der Stadt sind praktisch verschwunden. Wir werden sehr viel Hilfe brauchen", sagte sie.

Versteckt in Regen und Hagel

Der Gouverneur von Missouri, Jay Nixon, rief den Notstand aus und mobilisierte Soldaten der Nationalgarde für die Region. Das Unwetter habe "bedeutende Schäden" in vielen Gebieten Missouris und besonders in Joplin angerichtet, hieß es in einer Erklärung. Nixon warnte die Bewohner von Missouri vor möglichen weiteren Unwettern.

US-Präsident Barack Obama übermittelte den Opfern des Unwetters sein Mitgefühl und würdigte die Arbeit derer, die "in dieser sehr schweren Zeit" ihren Freunden und Nachbarn helfen. Obama befand sich am frühen Montagmorgen auf dem Weg nach Irland, wo er eine fünftägige Europareise beginnt.

Joplin liegt etwa 215 Kilometer südlich der Stadt Kansas City im Südwesten Missouris. In Teilen der Region sei das Strom- und Telefonnetz ausgefallen. Viele Hauptstraßen seien unpassierbar. An einer Universität sei ein Notfallzentrum eingerichtet worden. Wegen der katastrophalen Schäden wurden Hilfskräfte aus dem gesamten Umland mobilisiert, auch die Nationalgarde wurde nach Joplin gerufen.

Der Tornado schlug nach Angaben der Nationalen Wetterbehörde gegen 17:45 Uhr Ortszeit zu. Er war nach Auskunft von Meteorologen von Regen und Hagel verhüllt gewesen, sodass eine frühzeitige Warnung nicht möglich war. Der Sturm war Teil eines riesigen Unwettersystems, dass sich am Sonntag über zahlreiche Staaten erstreckt hatte.

Auch aus dem US-Bundesstaat Minnesota wurden Tornados gemeldet. In Minneapolis kam dabei mindestens ein Mensch ums Leben, wie die Behörden mitteilten. Mindestens 30 wurden verletzt.

Erst im vergangenen Monat hatten mehrere Stürme schwere Schäden im Süden der USA angerichtet. Derzeit kämpfen außerdem mehrere Bundesstaaten mit einem Jahrhundert-Hochwasser am Mississippi.

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