USA US-Justizministerium ermittelt gegen Polizei von Chicago

  • Ein Video dokumentiert, wie ein Polizist in Chicago 16 Mal auf einen schwarzen Teenager schießt, der sich von ihm abwendet.
  • Gegen den Polizisten wurde Anklage wegen Mordes erhoben.
  • Nun soll auch geklärt werden, ob in der Stadt beim Einsatz der teils tödlichen Gewalt gegen Bürger rassistische Motive im Spiel sind.

US-Justiz ermittelt nach Schüssen auf 17-Jährigen

Nach den tödlichen Polizeischüssen auf den Afroamerikaner Laquan McDonald ermittelt die US-Justiz gegen die Polizei von Chicago. Es gehe vor allem um die Frage, ob beim Einsatz der teils tödlichen Gewalt gegen Bürger rassistische Motive im Spiel seien, sagte Justizministerin Loretta Lynch in Washington. Auch Disziplinarmaßnahmen bei Amtsvergehen von Polizisten sollen untersucht und gegebenenfalls vor Gericht gebracht werden.

Der damals 17-jährige Afroamerikaner Laquan McDonald war im Oktober 2014 von 16 Polizeikugeln getroffen worden. Nur zwei trafen ihn im Stehen, auf den am Boden liegenden Jugendlichen wurde weiter geschossen. Ein kürzlich veröffentlichtes Video, das die Tat zeigt, hatte zu öffentlichen Protesten geführt, woraufhin die Stadt Polizeichef Garry McCarthy entließ. Der Polizist wurde wegen Mordes angeklagt. Die Protestbewegung "Black Lives Matter" fordert auch den Rücktritt von Chicagos Bürgermeister Rahm Emanuel.

Keine Anklage in anderem Chicagoer Fall

Im Fall eines anderen durch Polizeikugeln getöteten Schwarzen wird keine Anklage erhoben. Staatsanwältin Anita Alvarez sagte, dass der Beamte, der den 25-jährigen Afroamerikaner Ronald Johnson in Chicago eine Woche vor den Schüssen auf McDonald erschossen hatte, "angemessen und zulässig" gehandelt habe. Johnson sei bewaffnet auf das Auto eines Polizisten zugerannt und habe auf einen der Polizisten gezielt. "Johnson hätte sich einfach umdrehen und auf die Beamte schießen oder sogar beim Laufen schießen können", sagte Alvarez.