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USA:Schwarzes Mädchen hält in Charlotte ergreifende Rede über Polizeigewalt

  • Ein Video des US-Nachrichtensenders zeigt ein schwarzes Mädchen, wie es unter Tränen bei einer Stadtratsversammlung in Charlotte im Bundesstaat North Carolina spricht.
  • Ihre emotionale Rede bezieht sich auf den jüngsten Fall von Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA, bei dem der Afro-Amerikaner Keith L. Scott getötet wurde.

Zianna Oliphant steht auf dem Podium, ihr laufen Tränen über die Wangen, während sie ins Mikro spricht: "Es ist eine Schande, dass unsere Mütter und Väter getötet werden und wir sie nicht mehr sehen können", sagt das Mädchen, das gerade einmal groß genug ist, um ins Mikrofon zu sprechen.

Videoaufnahmen des US-Nachrichtensenders CNN zeigen sie bei einer Stadtratssitzung in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina. Es ist die erste Sitzung nach dem Polizeieinsatz, bei dem der Afro-Amerikaner Keith L. Scott getötet wurde. Der Saal ist gefüllt mit schwarzen Amerikanern, die lautstark mit Schildern gegen die Polizei und den Bürgermeister von Charlotte protestieren - aber verstummen, als Zianna am Mikrofon steht.

"Wir weinen - und wir sollten nicht weinen müssen"

"Es ist eine Schande, dass wir zu ihrem Grab gehen und sie beerdigen müssen", fährt das Mädchen fort. Sie schluchzt und bemüht sich, die Tränen zurückzuhalten. "Wir weinen - und wir sollten nicht weinen müssen. Wir brauchen unsere Mütter und Väter an unserer Seite", sagt sie, zunächst noch mit fester Stimme. Dann hält sie sich die linke Hand vor das Gesicht, sie kann die Tränen nicht länger zurückhalten und klettert vom Podium, als die Menschen im Publikum von ihren Stühlen aufstehen und laut beginnen zu klatschen.

Keith L. Scott starb am 20. September bei einem Polizeieinsatz an einer Wohnanlage, der eigentlich einem anderen Mann gelten sollte. Die Polizei gab an, dass Scott eine Waffe bei sich getragen habe. Er habe eine Bedrohung dargestellt, die Polizisten hätten deshalb reagieren müssen. Seiner Familie und seinen Nachbarn zufolge trug Scott ein Buch und wartete auf den Schulbus, um seinen kleinen Sohn abzuholen.

Der Tod des Afroamerikaners hat eine Welle von Protesten gegen Polizeigewalt ausgelöst, die auch in Gewalt eskalierten. Nachts herrscht in Charlotte eine Ausgangssperre, der Notstand wurde ausgerufen und die Nationalgarde mobilisiert.

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