USA:Vorwürfe gegen New Yorker Bürgermeister Eric Adams

USA: Sieht sich Missbrauchsvorwürfen ausgesetzt: der New Yorker Bürgermeister Eric Adams.

Sieht sich Missbrauchsvorwürfen ausgesetzt: der New Yorker Bürgermeister Eric Adams.

(Foto: Michael Brochstein/Imago/Zuma Wire)

Eine Frau wirft ihm vor, sie 1993 in seiner Zeit als Polizeibeamter sexuell belästigt zu haben. Er selbst bestreitet die Vorwürfe. Möglich ist die Klage durch ein Gesetz, das auch bei einem der Prozesse gegen Donald Trump eine Rolle spielt.

Der New Yorker Bürgermeister Eric Adams ist offenbar wegen angeblicher sexueller Belästigung verklagt worden. Es soll US-Medienberichten zufolge um einen Fall aus dem Jahr 1993 gehen, als Adams Polizeibeamter in der größten Stadt der USA war. Eine Frau aus Florida wirft ihm nun Belästigung im Amt vor. Eingereicht wurde die Klage an diesem Mittwoch im New Yorker Bezirk Manhattan, wie die New York Times berichtet.

Adams bestreitet, sich sexueller Belästigung schuldig gemacht zu haben. "Die Leute kennen meinen Charakter, sie sehen, wer ich bin und wie ich mich verhalte. Das hat niemals stattgefunden und ich kann mich nicht erinnern, die Klägerin jemals getroffen zu haben", sagte Adams vor Journalisten.

Details zu dem Fall, also, was sich genau zugetragen hat, wurden nicht öffentlich mitgeteilt. Auch die Identität der Frau wurde bisher nicht enthüllt. Offenbar handelt es sich aber um eine frühere Kollegin im Polizeidienst, denn die Vorwürfe richten sich nicht nur gegen Adams persönlich, sondern auch gegen die betreffende Polizeistelle. Die Frau klagt, sie sei nicht nur sexuell belästigt, sondern auch während der Arbeit diskriminiert und gezielt psychischem Stress ausgesetzt worden. Weder die Polizei noch der Anwalt der Klägerin äußerten sich zu dem Fall.

Die Klage wurde unter Berufung auf ein erst 2022 beschlossenes Gesetz im Bundesstaat New York eingereicht. Es erlaubt Betroffenen von sexualisierter Gewalt, eigentlich verjährte Fälle auch noch Jahrzehnte nach der Tat zur Anzeige zu bringen. Das Gesetz sieht dafür ein Zeitfenster von genau einem Jahr vor. Diese Frist läuft, so schreibt die New York Times, an diesem Freitag ab.

Etwa 2500 Klagen habe es im Zusammenhang mit diesem Gesetz, dem Adult Survivors Act, bisher gegeben, schreibt die Zeitung. Gerade in den vergangenen Tagen seien zahlreiche Fälle eingereicht worden. So sehen sich zum Beispiel auch der Guns-N'-Roses-Sänger Axl Rose sowie der Rapper Sean Combs Vorwürfen ausgesetzt. Auch einer der Prozesse gegen Donald Trump fällt unter den Adult Survivors Act. Die Autorin E. Jean Carroll wirft dem Ex-Präsidenten vor, sie im Jahr 1996 sexuell missbraucht und später verleumdet zu haben.

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