USA Nebraska setzt erstmals Fentanyl bei Hinrichtung ein

  • Das Schmerzmittel Fentanyl ist in den USA für Tausende Drogentote verantwortlich.
  • Nun ist damit erstmals im US-Bundesstaat Nebraska ein Mann hingerichtet worden.
  • Zuvor klagte der deutsche Pharmahersteller Fresenius Kabi gegen die Exekution. Er vermutete in dem Giftcocktail Substanzen aus seiner eigenen Produktion.

Im US-Bundesstaat Nebraska ist am Dienstag erstmals in den USA ein Häftling mit einem Giftcocktail hingerichtet worden, der auch das Schmerzmittel Fentanyl enthält. Das Opioid ist berüchtigt, weil es als Schmerzmittel zur Sucht führen kann und in den USA für den Tod von Tausenden Drogensüchtigen verantwortlich ist. Unter anderen starb im Jahr 2016 der Popstar Prince an einer Überdosis Fentanyl.

Die Todesspritze mit einem Cocktail aus insgesamt vier Substanzen hat ein 60 Jahre alter Mann erhalten. Es handelt sich um Carey Dean Moore, der wegen des Mordes an zwei Taxifahrern im Jahr 1979 zum Tode verurteilt worden war, teilte der Leiter der Strafvollzugsbehörde von Nebraska, Scott Frakes, mit. Moore saß vor der Exekution bereits 38 Jahre lang in Haft.

Protest des deutschen Pharmaherstellers Fresenius Kabi

Gegen die Hinrichtung des Mannes hatte der deutsche Pharmahersteller Fresenius Kabi protestiert. Der Giftcocktail aus vier Substanzen enthielt nicht nur Fentanyl, sondern auch zwei weitere Substanzen, von denen Fresenius vermutet hatte, dass es sich um Produkte aus seiner Herstellung handeln könnte. Aus Furcht vor einer Rufschädigung war der deutsche Pharmahersteller deshalb gerichtlich gegen die Tötung des Häftlings vorgegangen. Die Klage wurde jedoch von einem Gericht in Nebraska als unbegründet zurückgewiesen. Auch die Berufung scheiterte - nur Stunden vor der Exekution.

Carey Dean Moore ist der erste Häftling, der mit Fentanyl hingerichtet wurde.

(Foto: AFP)

US-Staaten tun sich immer schwerer, an die Substanzen für die Giftspritzen zu kommen, da viele Hersteller versuchen, dagegen vorzugehen. Außerhalb der USA wird in westlichen Demokratien die Todesstrafe sowohl aus humanitären wie auch aus juristischen Gründen weitgehend abgelehnt.

In Nebraska war seit 1997 kein Verurteilter mehr hingerichtet worden. Nach Angaben des US-Informationszentrums zur Todesstrafe war es die 16. Hinrichtung in den Vereinigten Staaten seit Jahresbeginn 2018. Alle Todesurteile wurden mit der Giftspritze vollstreckt.

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