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USA:Mutter schreibt Brief an Arzt, der ihr zur Abtreibung riet

Ihr Baby würde mit Down-Syndrom zur Welt kommen, deshalb solle sie besser abtreiben, riet ein Arzt der US-Amerikanerin Courtney Baker. Sie entschied sich für das Kind - und erklärt dem Mediziner jetzt, warum ihre Entscheidung richtig war.

Emersyn ist 15 Monate alt und wurde mit Down-Syndrom geboren. Wäre es nach dem Arzt ihrer Mutter Courtney Baker gegangen, würde das Baby heute nicht leben. Als dieser nämlich feststellte, dass Emersyn mit einer Genmutation geboren werden würde, riet er ihrer Mutter zur Abtreibung.

Sie entschied sich dagegen. Jetzt hat die Mutter einen Brief an den Arzt verfasst, der im Netz bereits mehr als 3000 Mal geteilt worden ist, wie es auf Mashable heißt.

Baker berichtet dem Arzt über das Lachen und die Küsse ihrer Tochter. "Sie öffnet einem die Augen und zeigt, was Schönheit und wahre Liebe ist", heißt es in dem Brief. Die Mutter schreibt über jene Zeit ihrer Schwangerschaft, in der sie sich voller Angst um ihr ungeborenes Kind an den Spezialisten für pränatale Medizin wandte. Doch anstatt Unterstützung und Ermutigung anzubieten, habe er ihr geraten, das Kind abzutreiben.

Der Arzt hatte gelogen

Er formulierte diesen Rat mehrere Male. Auch in jenem Moment, als sie dem Arzt erzählte, wie sie ihr ungeborenes Kind nennen werde. Ob sie denn verstanden habe, wie gering ihre Lebensqualität mit einem Kind mit Down-Syndrom sein werde, soll er gesagt haben.

Nach Emersyns Geburt stellte Courtney Baker fest, das dem nicht so war. Sie empfinde ihr Leben als glücklich und ihr Kind als perfekt. Nichts von dem, was ihr der Arzt prophezeit hatte, sei zutreffend. "Emersyn bereichert nicht nur mein Leben, sie berührt auch die Herzen tausend Anderer".

Ein Appell an den Arzt

Der Gedanke an jene werdenden Mütter, die der Arzt ähnlich behandeln wird wie sie, erfülle sie mit Traurigkeit, schreibt Baker: "Ich finde es traurig, dass es Sie offenbar nicht berührt, all die kleinen Finger, Zehen, Lungen, Augen und Ohren jeden Tag zu sehen. Ich finde es traurig, dass Sie sich so sehr geirrt haben. Aber vor allem finde ich es traurig, dass Sie nie die Ehre haben werden, meine Tochter kennenzulernen".

Baker will dem Arzt mit dem Brief nicht nur zeigen, wie bereichernd das Leben mit ihrer Tochter ist. Sie bittet ihn vor allem, allen werdenden Müttern, deren Kinder eine Behinderung haben, die Wahrheit zu sagen. Nämlich, dass das Kind perfekt ist, so wie es ist.

Wie der Arzt auf den Brief reagiert hat, weiß Baker nicht. Gegenüber den ABC News aber erklärte sie: "Ich glaube fest daran, dass Gott Wunder vollbringen und jedes Herz bewegen kann."

© SZ.de/naf/olkl
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