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USA:Mordanklage gegen drei Männer im Fall Ahmaud Arbery

Ahmaud Arbery, George Floyd, Breonna Taylor

Der Fall Arbery ist eine von mehreren Gewalttaten an Schwarzen, die die USA in den vergangenen Wochen aufgewühlt und für landesweite Proteste gesorgt haben.

(Foto: AP)

Die Tötung des Afroamerikaners hatte in ganz Amerika für Entsetzen gesorgt. In einem Video der Tat ist zu sehen, wie die mutmaßlichen Täter regelrecht Jagd auf den Jogger machen.

Die Tötung eines schwarzen Joggers hat die USA aufgewühlt - nun sind drei Männer in dem Fall wegen Mordes angeklagt worden. Geschworene im Glynn County in Georgia hätten sich für die Anklage entschieden, teilte Staatsanwältin Joyette Holmes mit. Die Grand Jury habe sie jeweils in neun Punkten angeklagt. "Dies ist ein weiterer großer Schritt, um Gerechtigkeit für Ahmaud zu erlangen."

Ahmaud Arbery war am 23. Februar beim Joggen erschossen worden, als drei Männer ihn in Autos verfolgten - angeblich weil sie ihn für einen Einbrecher hielten. Obwohl sich die Tat im Februar ereignete, kamen die Ermittlungen erst zwei Monate später richtig in Gange. Ein Handyvideo von einem der Verdächtigen gelangte damals an die Öffentlichkeit und sorgte in den ganzen USA für Entsetzen.

Bei den Angeklagten handelt es sich um drei Weiße, einen Vater, seinen Sohn sowie einen dritten Mann. Sie werden beschuldigt, regelrecht Jagd auf den 25-Jährigen gemacht und ihn dann eingekesselt zu haben. Arbery soll immer wieder versucht haben, die Richtung zu wechseln und durch einen Straßengraben zu entkommen.

Anfang Mai wurden der 64 Jahre alte Gregory M., ein ehemaliger Polizist, und sein 34 Jahre alter Sohn Travis festgenommen. Den Ermittlern zufolge hatten die Tatverdächtigen Arbery zunächst mit ihrem Fahrzeug verfolgt und dann mit Schusswaffen konfrontiert. Dem Autopsiebericht zufolge wurde Arbery von zwei Schüssen mit Schrotmunition aus nächster Nähe in die Brust getroffen, ein dritter Schuss streifte sein rechtes Handgelenk. Der dritte Verdächtige hat die Tat nach Angaben des Kriminalamts Georgia Bureau of Investigation (GBI) gefilmt.

© SZ.de/AP/dpa/jobr/afis/hij
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