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USA:Bürgerrechtlerin Phyllis Lyon ist tot

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Phyllis Lyon (rechts) bei ihrer Hochzeit mit Del Martin (links) im Jahr 2008 in San Francisco.

(Foto: AFP)

Ihr Leben lang hatte sich Lyon für die Rechte Homosexueller eingesetzt. Als die Ehe für Alle in Kalifornien eingeführt wurde, gehörte sie im hohen Alter zu den Ersten, die "Ja" sagten.

Die Aktivistin für die Rechte Homosexueller, Phyllis Lyon, ist tot. Sie habe ihr Leben mit "Freude und Erstaunen" gelebt, sagte eine langjährige Freundin und frühere Geschäftsführerin des Nationalen Zentrums für die Rechte von Lesben, Kate Kendell. Lyon starb ihr zufolge am Dienstag in ihrem Haus in San Francisco im Alter von 95 Jahren eines natürlichen Todes.

Lyon und ihre langjährige Partnerin Del Martin gehörten zu den ersten Paaren, die sich 2008 trauen ließen, nachdem die Ehe für Alle im US-Staat Kalifornien erlaubt wurde. Lyon und Martin seien Aktivistinnen und Mentorinnen gewesen, lange bevor es eine Bewegung oder eine Gemeinde gegeben habe, sagte Kendell. "Bevor es Mobiltelefone gab, hatten sie ihre Telefonnummer im Telefonbuch aufgelistet, für den Fall dass eine junge oder verängstigte LGBTQ-Person Hilfe oder Unterstützung braucht", so Kendell. "Und sie nahmen Dutzende Anrufe über die Jahre entgegen."

Lyon war Journalistin, ihre Parterin Martin traf sie in Seattle, während sie für ein Magazin arbeitete. 1953 zog das Paar nach San Francisco. Zusammen mit anderen lesbischen Paaren gründeten sie die politische und soziale Organisation Daughters of Bilitis. Sie veröffentlichte ein monatliches Magazin für Lesben und 1972 ein Buch mit dem Titel "Lesbian/Woman". Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, bezeichnete Lyon am Donnerstag als eine seiner Heldinnen.

© SZ.de/AP/aner
Joci Marton, Pressebild für Seite 3
Kostenlos nur im Zusammenhang mit dem Interview von J. Adorjan.

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Joci Márton ist alles, was einem in Ungarn das Leben schwer macht: homosexuell, Rom und LGBTQ-Aktivist. Von einem, der seine Vielfältigkeit feiert.

Von Johanna Adorján

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