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USA:Gesegnete Spielzeugkiste

Jesus gegen Barbie, Samson gegen Superman: In den USA vertreibt Wal-Mart jetzt biblische Action-Figuren, die auf Knopfdruck predigen.

Er ist 15 Zentimeter groß, weiß gekleidet und kann auf Knopfdruck Bibelstellen zitieren: Die Jesus-Actionfigur des kalifornischen Unternehmens One2believe.

Neu im Einkaufszentrum: Die sprechende Jesus-Figur.

(Foto: Foto: AP)

Im Sortiment befinden sich auch Esther, Samson und Komplett-Pakete zu verschiedenen Wundern - im Set "Jesus läuft über das Wasser" sind beispielsweise eine Jesus-Puppe, ein Miniatur-Petrus, ein Boot und ein Büchlein enthalten, in dem die Geschichte erzählt wird.

In 425 von 3376 Märkten der größten amerikanische Einkaufskette Wal-Mart werden die Spielzeugfiguren von August bis Januar zu haben sein - versuchsweise. Bis dahin will die Handelskette prüfen, ob die predigenden Puppen bei der Kundschaft ankommen.

Die Spielzeuge sollen vor allem im Mittleren Westen und Süden verkauft werden - also in den Regionen, die besonders religiös geprägt sind.

Umgerechnet etwa 15 Euro kostet die Jesus-Figur, das Wunder-Set ist für günstige 7,99 Dollar zu haben - etwas mehr als fünf Euro. Wer nicht in Wal-Mart-Nähe wohnt, kann sich die Figuren im Internet bestellen und per Post schicken lassen. Die Herstellerfirma berichtet, dass Anfragen aus vielen verschiedenen Ländern rund um den Globus kommen.

Der Gründer der Herstellerfirma, David Socha, ist davon überzeugt, dass Spielzeuge Einfluss auf die empfindsame kindliche Seele haben - statt sexuell anrüchigen Barbies und gewaltverherrlichenden He-Mans sollen die Kleinen lieber mit den biblischen Helden Samson, Petrus und Co. spielen: "Es ist ein Kampf um die Spielzeugkiste. Entweder wir beeinflussen die Welt oder die Welt beeinflusst uns."

Die Figuren sind für Kinder über drei Jahren gedacht und sollen laut David Socha helfen, die biblischen Geschichten kennenzulernen - und ihnen andere Helden als die herkömmlichen Comic-Figuren nahezubringen: "Unser Spielzeug lehrt Kinder, dass es echte Superhelden gibt, an die sie glauben können."

Im amerikanischen Supermarkt sollte sich Barbie jetzt wohl warm einpacken - oder zumindest etwas Anständiges überziehen.

© sueddeutsche.de
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