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USA:Feier zur Verkündung von Baby-Geschlecht löst Erdbebenalarm aus

Im Jahr 2017 teilte eine Familie aus Arizona per Sprengstoff-Botschaft mit, dass sie einen Sohn bekommt. 19 000 Hektar Wald gingen daraufhin in Flammen auf.

(Foto: AFP)

Eine Familie aus New Hampshire zündet Sprengstoff, um mitzuteilen: It's a boy. In der Gegend wackeln die Wände. Nicht der erste Fall, in dem eine solche Feier aus dem Ruder läuft.

Eine Familie aus dem US-Bundesstaat New Hampshire hat mit einer Feier, auf der das Geschlecht ihres ungeborenen Kindes enthüllt werden sollte, einen Erdbebenalarm ausgelöst. Besorgte Anwohner der Stadt Kingston in der Nähe der Grenze zu Massachusetts alarmierten die Polizei wegen einer lauten Explosion, wie US-Medien berichteten. Die Polizei rückte zu einem Steinbruch aus und stieß dort auf eine Gruppe feiernder Menschen, die mit einem besonders lauten Knall offenbar der Welt oder zumindest der näheren Umgebung kundtun wollten, dass ein kleiner Junge unterwegs ist. Dazu hatten sie einiges an Sprengstoff aufgefahren, genauer: 36 Kilogramm Tannerit, eine selbst zusammengemischte explosive Substanz, wie die Polizei mitteilte. Den Sprengstoff hatten sie mit bunter Kreide eingefärbt.

Anwohnerinnen und Anwohner erzählten, dass die Explosion ihre Häuser habe erzittern lassen. "Bei uns sind Bilder von der Wand gefallen", sagte Sara Taglieri, die in der Nähe des Steinbruchs lebt, dem Sender NBC 10 Boston, und ihr Mann Matt fügte hinzu, dass Nachbarn ihm von Rissen in den Fundamenten erzählt hätten. Eine weitere Anwohnerin, Amy Owen, erzählte der Lokalzeitung Union Leader, sie dachte zunächst, es sei ein Auto in ihr Haus gekracht. "Und die Kinder begannen zu schreien: ,Ein Erdbeben, ein Erdbeben!'" Die Explosion war bis in den Norden von Massachusetts zu hören. Verletzt wurde laut Polizei niemand.

Kleinflugzeugabsturz und Waldbrand

Vor allem in den USA, aber auch in anderen Ländern laufen immer mal wieder Geschlechtsverkündungspartys aus dem Ruder, einmal endete eine solche sogar tödlich: Im März kamen in Mexiko zwei Piloten ums Leben, ihr Kleinflugzeug war bei dem Versuch, rosa Linien in den Himmel zu zeichnen, vor Cancun ins Meer gestürzt. Im vergangenen Mai hatte ein Feuerwerk während einer solchen Party in Kalifornien einen Waldbrand ausgelöst, 2800 Hektar fielen den Flammen zum Opfer. Ein ähnlicher Vorfall ist aus dem Jahr 2017 überliefert, als ein ehemaliger Grenzsoldat in Arizona mit einer babyblauen Explosion 19 000 Hektar Wald in Brand setzte, der Schaden: umgerechnet mehr als sechseinhalb Millionen Euro.

Partys, auf denen werdende Eltern auf mehr oder weniger kreative und spektakuläre Weise enthüllen, ob sie ein Mädchen oder einen Jungen erwarten, sind seit etwa 15 Jahren populär. Als Erfinderin gilt die Bloggerin Jenna Karvunidis, die 2008 bekannt gab, ein Mädchen zu erwarten, indem sie einen Kuchen präsentierte, aus dessen Inneren beim Anschneiden rosa Füllung herauslief. Spätestens als Reality-Darsteller und andere Prominente die Praxis aufgriffen, war der Trend geboren. Weitere beliebte Methoden der Geschlechtsverkündung: farbige Luftballons, illuminierte Gebäude, Konfetti-Wolken oder eben Feuerwerk und sonstige Explosionen.

Karvunidis, die Begründerin des Trends, hat sich mittlerweile distanziert. Es sei "aus dem Ruder gelaufen", sagte sie im Jahr 2019. Es habe sich eine Besessenheit um die Geschlechtszugehörigkeit von Kindern entwickelt. Dabei werde ein einzelner Aspekt der Persönlichkeit eines Menschen überbetont. Diese "Verrücktheiten" habe sie niemals lostreten wollen.

© SZ/nas
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