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USA:Magische Paket-Lieferung auf Wunsch

Paket von Amazon

Ein Sortiermitarbeiter von Amazon trägt in einem Verzeilzentrum ein Paket. Amazon wird heftig kritisiert für seinen Umgang mit seinen Mitarbeitern.

(Foto: Sebastian Kahnert/dpa)

Wenn man "Abrakadabra" ruft, muss einfach etwas Zauberhaftes geschehen. Eine Paketbotin statuiert ein Exempel.

Eine Amazon-Paketbotin hat vielleicht nicht wirklich gezaubert, aber einen kleinen magischen Moment hat sie doch geschaffen. Dafür musste sie nur eine Zauberformel befolgen: Bei der Übergabe eines Pakets im US-Bundesstaat Delaware legte sie die Lieferung ab, klopfte dreimal gegen die Haustür, rief "Abrakadabra", rannte davon und sprang am Weg zurück zum Auto sogar noch über ein Hindernis, so eilig hatte sie es.

Die Paketbotin macht das nicht etwa aus Exzentrismus, nein, sie befolgte damit nur Anweisungen: Genau diese Übergabeforderungen hatte der 13-jährige Sohn der Bestellerin bereits vor Monaten als Voreinstellung im Amazon-Account der Familie festgelegt. Als seine Mutter Lynn Staffieri vergangene Woche einen neuen Katzen-Laufstall orderte, ist es dann tatsächlich zu der ungewöhnlichen Lieferung gekommen. Aufgezeichnet worden ist diese von einer Überwachungskamera der Familie.

Staffieri teilte dieses Video auf Facebook mit den Worten: "Ich weiß, dass mein Sohn diese Anleitung nicht hätte angeben sollen, und ich bitte um Entschuldigung dafür. Aber dass sie die Energie und die Liebe zum Detail hatte, hat uns einfach ein Lachen ins Gesicht gezaubert."

Amazon hat seine ganz eigene Geschichte mit dem Wort "Abrakadabra"

Und so ging es wohl auch zahlreichen anderen Menschen: Bis Montagmittag wurde das Video mehr als 23 000 Mal geteilt, unter anderem auch von Medien wie der CNN. Eine Facebook-Userin kommentierte, dass die Paketbotin eine Gehaltserhöhung verdient hätte. Eine andere Person schrieb: " In unserer heutigen Welt brauchen wir alle etwas Freude und Gelächter. Was für eine großartige Amazon-Lady, dass sie mitgespielt hat."

Wer die Lieferantin mit den langen dunklen Haaren und der Sonnenbrille ist, ist bisher nicht bekannt. Ärger dürfte die Frau allerdings nicht von ihrem Arbeitgeber Amazon bekommen. Vielmehr dürfte sich der Mega-Konzern, der heftig für die Arbeitsbedingungen seiner Angestellten kritisiert wird, über die kostenlose Werbung für den Lieferdienst freuen. Speziell, weil sie aus einem besonderen Grund auffällig gut passt: Als Amazon 1995 gegründet wurde, sollte das Unternehmen nämlich zuerst "Cadabra", wie in "Abracadabra", heißen, berichtet Brad Stone in seinem Buch "The Everything Store". Am Ende hätte ein Anwalt Firmengründer Jeff Bezos jedoch davon abgeraten: Die magische Referenz sei zu "obskur". Na, so kann man sich täuschen.

© SZ/dpa/mpu/lot
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