USA:Das Netz erstarrt für die "Mannequin Challenge"

Regungslos wie Schaufensterpuppen: Promis und Sportler frieren in Videos Alltagssituationen ein. Der BVB bringt die "Mannequin Challenge" nach Deutschland.

Erinnern Sie sich noch an die Icebucket Challenge? Vor zwei Jahren kippten sich Prominente und Nicht-Prominente eimerweise kaltes Wasser über den Kopf - einerseits um auf die Nervenkrankheit ALS aufmerksam zu machen und Spenden zu sammeln, andererseits auch ein bisschen zur Selbstinszenierung in den sozialen Medien. Sogar Barack Obama und Donald Trump machten damals mit, in Deutschland begossen sich unter anderem Günther Jauch und Helene Fischer.

Jetzt gibt es einen neuen Trend, der innerhalb kürzester Zeit die sozialen Medien erfasst hat: Unter dem Hashtag #MannequinChallenge posten Menschen Fotos oder Videos, die sie wie eingefroren in einer typischen Szene zeigen. Den Anfang machten Schüler einer Highschool im US-Bundesstaat Florida. Hunderte Schüller verharren in ihren Bewegungen, stehen starr wie Schaufensterpuppen in Klassenzimmern, auf dem Schulflur oder in der Turnhalle. Ganz nach dem Prinzip von Beamtenmikado: Wer sich zuerst bewegt, verliert.

Die Fußballer von Borussia Dortmund haben die "Mannequin Challenge" jetzt nach Deutschland gebracht. Mario Götze postete auf Facebook ein Video, das die Sportler beim Training im Kraftraum zeigt - eingefroren in ihren Posen.

Bei den US-Stars beteiligen sich aktuell die Mitglieder von "Destiny's Child" mit einem Mannequin-Video: Die ehemaligen Sängerinnen stehen in einem Kinderzimmer und halten einen Ball und einen Luftballon in den Händen. Bei den Fans befeuert das Gerüchte über ein Comeback der Gruppe.

Die britische Sängerin Adele veröffentlichte am Montag auf Instagram ein Video, dass sie und ihre Band als Schaufensterpuppen in einem Western-Saloon zeigt.

Und selbst der Präsidentschaftswahlkampf in den USA wird von der Mannequin-Challenge beeinflusst. Dabei ist das Clinton-Team klar in Führung gegangen.

Um einen guten Zweck geht es bei der Mannequin Challenge übrigens nicht. Die Videos sollen lediglich unterhalten. Diese Aufgabe erfüllen sie dafür umso besser.

© SZ.de/olkl/lot/feko/dd
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