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USA:Aktivisten schmuggeln Snowden-Büste in New Yorker Gedenkstätte

Denkmal für Edward Snowden: Kurz war diese Büste des NSA-Whistleblowers in New York zu sehen.

(Foto: AP)
  • Vier Künstler haben eine Büste von Edward Snowden angefertigt und sie ohne Genehmigung in einer Bürgerkriegs-Gedenkstätte in New York aufgestellt.
  • Nach kurzer Zeit schritt die zuständige Parkverwaltung ein.

Snowden-Statue in New Yorker Gedenkstätte

Edward Snowden in Bronze: Aktivisten haben eine Büste des NSA-Whistleblowers in eine New Yorker Gedenkstätte geschmuggelt. Als die ohne Genehmigung errichtete Statue auffiel, wurde sie von der zuständigen Parkverwaltung entfernt.

Das Stadtportal Animal New York hat ein Video der Aktion veröffentlicht. Die vier Künstler arbeiteten im Morgengrauen und waren mit Sicherheitswesten als Parkmitarbeiter getarnt. Die 120 Zentimeter hohe und etwa 50 Kilogramm schwere Büste hievten sie auf eine bereits vorhandene Steinsäule im Fort Greene Park in Brooklyn.

Fehlende Genehmigung der Parkverwaltung

Mehrere Stunden stand die Snowden-Büste dann am Prison Ship Martyrs' Monument, das eigentlich 11 000 Kriegsgefangenen des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs gewidmet ist. Gegen Mittag deckten Beamte die Büste ab. "Nicht genehmigte Kunstwerke sind in öffentlichen Parks illegal", teilte die Parkverwaltung laut Buzzfeed mit. Im Internet wird die Aktion kontrovers diskutiert. Viele begrüßen die Snowden-Büste, andere sehen darin eine Respektlosigkeit gegenüber den Soldaten.

Künstler fordern Würdigung von Snowdens Verdienst

Die Künstler, die namentlich nicht genannt werden wollten, erklärten dem Portal Buzzfeed, warum sie sich für diesen Ort entschieden hatten: Die Soldaten hätten damals für die gleichen Ideale gekämpft wie Snowden heute. Deshalb hätten sie gehofft, dass die Stadtverwaltung das Denkmal stehen lassen würde. "Snowden wird von manchen Medien als Verräter bezeichnet. Die Soldaten des Unabhängigkeitskriegs wurden das einst auch", sagten sie zu Buzzfeed. Erst 200 Jahre später habe man verstanden, dass sie für etwas gekämpft hatten, wofür man ihnen Dankbarkeit schulde. Sie hofften, mit ihrer Aktion den Leuten die Augen zu öffnen.

Snowden hatte vor anderthalb Jahren eine Reihe von Dokumenten veröffentlicht, die zeigen, dass die internationale Internet- und Telefonkommunikation von Millionen Bürgern - auch von ranghohen Politikern - systematisch vom US-Geheimdienst NSA und seinen Verbündeten gesammelt, analysiert und abgehört wurde. Die Enthüllungen, die bis heute andauern, sorgten weltweit für Empörung. Snowden hat derzeit in Russland Zuflucht gefunden. Er hatte sich auch um Asyl in Deutschland bemüht. Die Bundesregierung hatte es abgelehnt, Snowden Asyl zu gewähren.

Mit Material von AFP.

© SZ.de/fran/hai/leja

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