US-Bundesstaat Arizona Zwei Lamas auf der Flucht

Twitter-Nutzer in den USA hyperventillieren fast: Zwei entlaufene Lamas - und Hunderte Menschen in der Stadt Sun City laufen hinterher. Etwa eine Stunde dauert es, bis die beiden Tiere eingefangen werden - auf klassisch amerikanische Art.

Viele Menschen ziehen eine innere Befriedigung daraus, Verfolgungsjagden anzuschauen. Sie sind dann entweder klammheimlich auf der Seite des Gangsters, der es schafft, der Polizei immer wieder zu entwischen. Oder sie berauschen sich an den waghalsigen, rasend schnell ausgeführten Fluchtbewegungen.

Um beides kann es bei der Verfolgungsjagd am Donnerstag im US-Bundesstaat Arizona eher nicht gegangen sein. Die beiden entlaufenen Lamas - nach allem, was man weiß, unbescholtene Bürger, die in keiner Verbrecherkartei auftauchen - spazierten durch die Straßen von Sun City, und das in in aller Ruhe und ohne jede Hast.

Die Twitter-User hyperventillierten fast. Mit zeitweise mehr als 3000 Tweets pro Minute kommentierten sie das Geschehen unter Hashtags wie #llamawatch oder #teamlama.

Die Verfolgungsjagd inspirierte sie auch zu künstlerischen Ergüssen.

Oder zu Gesellschaftskritik.

Es handelte sich, wie mehrere US-Medien berichten, um ein großes weißes und ein etwas kleineres schwarzes Tier. Ursprünglich, so schreibt der Chicago Tribune, waren die Lamas zu dritt. Die Tiere hatten sogar einen therapeutischen Auftrag: Sie waren zu Gast in einer Einrichtung für Senioren, die hier meist in Form des betreuten Wohnens leben. Die Rentner streichelten die Lamas und liefen mit ihnen über die Gänge. Doch gegen Mittag ließen die Betreuer die Tiere für eine kurze Pinkelpause nach draußen. Diesen güngstigen Moment nutzen zwei der Lamas zur Flucht.

Einige der Senioren versuchten, die Lamas zu umkreisen, doch das misslang. Jill Parsons, der Leiter der Einrichtung, lockte die entlaufenen Tiere mit einem Salatblatt an, nachdem er die Frage "Was essen Lamas gerne?" in Google eingegeben hatte. Auch das ohne Erfolg.

Mehrere Passanten nahmen spontan die Verfolgung auf - durch Parks, über Bürgersteige und Kreuzungen. Zusätzlich kreiste ein Polizeihelikopter über der Stadt. Am Ende konnten die Tiere fast eine ganze Stunde lang ihre Freiheit genießen - und das ganze Land beste Unterhaltung während der Mittagspause.

Eingefangen wurden sie dann auf klassische Cowboy-Art: mit einem Lasso.