bedeckt München 19°

Urteile - Münster:Geiselnehmer in die Psychiatrie eingewiesen

Münster (dpa/lnw) - Nach einer Geiselnahme in einer Turnhalle im münsterländischen Lengerich ist der Täter am Mittwoch in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen worden. Der 25-jährige Deutsche hatte am 7. Januar 2019 mit der Zündung einer Bombe gedroht und zwei Übungsleiterinnen in seine Gewalt gebracht. Die insgesamt 43 Kinder einer Einrad-Sportgruppe hatten die Halle dagegen sofort verlassen dürfen. Laut Urteil des Landgerichts Münster leidet der Täter unter paranoid-halluzinatorischer Schizophrenie. Vor Gericht galt er als schuldunfähig. Eine Bombe hatte er nicht dabei - nur ein Messer.

Im Prozess hatte der 25-Jährige seine Tat mit Suizidgedanken erklärt. Er habe sich von der Polizei erschießen lassen wollen. Den Übungsleiterinnen hatte er laut Urteil mit dem Tode gedroht, wenn sein Plan nicht aufgehe. Beide litten noch Monate danach unter Ängsten und Schlafstörungen. Der 25-Jährige war nach rund anderthalb Stunden von der Polizei widerstandslos festgenommen worden.