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Urteil in Hannover:Maschmeyer-Erpresser muss zweieinhalb Jahre ins Gefängnis

Hohe Schulden und große finanzielle Verluste mit AWD-Anteilen: Aus diesen Motiven versuchte ein Immobilienkaufmann, den Unternehmer Carsten Maschmeyer und dessen Lebensgefährtin Veronica Ferres um 2,5 Millionen Euro zu erpressen. Er stellte sich allerdings nicht besonders professionell an - und ist nun zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

Zu zweieinhalb Jahren Haft ist in Hannover ein Mann verurteilt worden, der 2,5 Millionen Euro von Unternehmer Carsten Maschmeyer erpressen wollte. Er hatte auch Maschmeyers Lebensgefährtin Veronica Ferres bedroht. Vor dem Amtsgericht Hannover habe der 60-jährige selbstständige Immobilienkaufmann den Erpressungsversuch und sich bei seinen Opfern entschuldigt, sagte ein Gerichtssprecher. Der Unternehmer und seine Freundin nahmen an der Verhandlung allerdings nicht teil.

Maschmeyer-Erpresser muss zweieinhalb Jahre ins Gefängnis

Ein Immobilienkaufmann hatte den Unternehmer Carsten Maschmeyer und dessen Freundin Veronica Ferres bedroht und erpresst. Jetzt wurde er zu einer Haftstrafe verurteilt.

(Foto: dpa)

Der wegen Betrugs vorbestrafte Mann hatte im vergangenen Jahr in einer Mail gedroht, Maschmeyer und Ferres könnten sich in der Öffentlichkeit ihres Lebens nicht mehr sicher sein - außer, sie zahlten eine Millionensumme. Der Erpresser hatte sich dabei als geschädigter Anleger von Maschmeyers Finanzdienstleister AWD ausgegeben. "Wenn Sie sich weigern, uns unser Geld zurückzugeben, wird das auch Frau Ferres zu spüren bekommen", hieß es in der Mail des Mannes an den 53-Jährigen. Der Unternehmer ging zum Schein auf die Forderungen ein, schaltete aber sofort die Polizei ein. Bei einer fingierten Geldübergabe in Münster schnappten die Beamten im vergangenen Dezember dann den Erpresser, einen Mann aus dem nordrhein-westfälischen Grevenbroich.

Bei seiner Tat hatte sich der hoch verschuldete Mann allerdings eher unprofessionell verhalten, berichtete der Gerichtssprecher. So nutzte er für die Geldübergabe-Verhandlungen sein normales Handy, das ganz offiziell auf seinen Namen angemeldet war. Auch bei der Geldübergabe habe er zunächst mehrfach unterschiedliche Ansagen gemacht. Zunächst wollte er die 2,5 Millionen Euro an der Raststätte Rhynern an der A2 abholen, später ließ er das Geld in einer Buchhandlung in der Innenstadt von Münster platzieren. Dort griff die Polizei schließlich zu.

Als Motiv für seine Tat nannte der Mann seine wirtschaftliche Notlage. So habe er nach einem geplatzten Immobilien-Deal hohe Schulden gehabt, unter anderem beim neuen Lebensgefährten seiner Ex-Frau, sagte der Gerichtssprecher. 2003/2004 habe er außerdem durch AWD-Immobilienanteile hohe finanzielle Verluste gemacht. Die Staatsanwaltschaft hatte auf drei Jahre Haft plädiert, die Verteidigung auf eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren.