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Urteil im Fall Kachelmann:Wer muss die Kosten des Prozesses tragen?

Eine Riege an exzellenten Strafverteidigern, hinzu kommt Medienanwalt Ralf Höcker, der während des Prozesses die Presse in Schach halten sollte: Allein Kachelmanns Verteidigung hat vermutlich Unsummen verschlungen. Hinzu kommen die Kosten für diverse Gutachter, die von Kachelmanns Anwälten beauftragt und damit erst einmal auch von dem Wettermoderator bezahlt werden mussten. Schon drei Monate nach Prozessbeginn, im Dezember vergangenen Jahres, hatte Kachelmann seine 80-Quadratmeter-Wohnung auf der Ostseeinsel Hiddensee für 395.000 Euro zum Kauf angeboten - auch, um die juristische Auseinandersetzung zu finanzieren, hieß es damals.

Kachelmann Trial Proclamation Of Sentence

Jörg Kachelmann (Mi.) mit seinen Verteidigern Johann Schwenn (li.) und Andrea Combé.

(Foto: Getty Images)

Wie tief Kachelmann für den Prozess in die Tasche greifen musste, darüber kann nur spekuliert werden: Manch einer schätzt die gesamten Kosten des Prozesses - die Kosten für das Gericht und Zeugen eingerechntet - sogar auf bis zu eine Million Euro.

Kachelmann jedenfalls könnte auf einem nicht unerheblichen Teil seiner Kosten sitzenbleiben. Zwar trägt die Staatskasse bei Freispruch die Kosten des Gerichts einschließlich der notwendigen Auslagen des Angeklagten. Allerdings ist fraglich, inwiefern die Staatskasse für Kachelmanns Star-Anwälte aufkommen wird. Denn nach Angaben von Strafrechtsprofessor Ulrich Schroth wird nur nach der gesetzlichen Gebührenordnung für Anwälte gezahlt. Es ist aber davon auszugehen, dass das Honorar, das Kachelmann mit seinen Verteidigern vereinbart hat, weit über diesem Betrag liegen wird.

Fraglich ist auch, ob alle von Kachelmann beauftragten Gutachten tatsächlich auch notwendig für das Urteil waren. Nur dann nämlich würden die Kosten übernommen.

Doch Kachelmann steht auch eine Entschädigung zu - für seine Zeit in Untersuchungshaft. Nach dem "Gesetz über die Entschädigung für Strafverfolgungsmaßnahmen" gibt es pro Tag in U-Haft 25 Euro, bei 132 Tagen macht das 3300 Euro. Hinzu kommt noch ein Teil seines Verdienstausfalls.

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