In Teilen Baden-Württembergs haben Gewitter und heftiger Regen bereits in den Morgenstunden für zahlreiche Einsätze von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten gesorgt. Bäume stürzten um, Straßen und Keller liefen voll, Hagel beschädigte Gebäude. Auch der Bahnverkehr war beeinträchtigt: Bei Oppenweiler im Rems-Murr-Kreis musste ein Regionalzug auf freier Strecke wegen herabgestürzter Äste zum Stehen kommen. Sechs Fahrgäste mussten den Zug verlassen.
Auch am Bodensee mussten mehrere Bahnstrecken gesperrt werden. Betroffen ist die Bodenseegürtelbahn zwischen Singen und Radolfzell bis nach Konstanz. Dort ist laut eines Bahnsprechers eine Oberleitung stark beschädigt worden und auf die Gleise gestürzt. Auch die Strecke von Singen nach Schaffhausen ist gesperrt, nachdem ein Zug mit einem auf den Gleisen liegenden Baum kollidiert war, wie der Sprecher sagte.

Weitere Einsätze gab am Bodensee unter anderem aufgrund von umstürzenden Bäumen. Betroffen waren demnach alle Landkreise in der Region, vor allem der Landkreis Konstanz mit Singen und Radolfzell. Es kippten zahlreiche Bäume um, Straßen wurden teilweise blockiert. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen der Polizei niemand.

Schweiz: 40 Menschen durch Hagel verletzt
Im Kanton Zürich wurden 40 Personen durch Hagel verletzt, die Mehrheit davon waren Kinder, wie die Polizei mitteilte. Mehrere Verletzte mussten in Kliniken behandelt werden. Auch die West- und Nordwestschweiz waren von der Sturmfront betroffen, wie die Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete. Unter anderem wurde der Zugverkehr auf der Strecke von Biel nach Olten unterbrochen.
Der Wetterdienst SRF Meteo zählte innerhalb kurzer Zeit rund 46 000 Blitze und meldete zwei geografische Bänder mit starken Hagel-Niederschlägen, die sich von der Region Basel zum Bodensee hinzogen. Örtlich hätten die Hagelkörner einen Durchmesser von bis zu sechs Zentimetern gehabt, hieß es. Im Kanton Schaffhausen seien Windböen in Geschwindigkeiten von bis zu 142 Kilometern pro Stunde gemessen worden.

Im Kanton Aargau drückte der Sturm vier massive Betonmasten der Hochspannungsleitung zu Boden, wie der Sender SRF berichtete. Stark betroffen war auch der Kanton Solothurn. Am Vormittag seien weit über 200 Schadensmeldungen eingegangen. Eine Frau wurde von einem umstürzenden Baum schwer verletzt.
In Italien beschädigte ein Tornado die Kathedrale von Cremona, einer der markantesten mittelalterlichen Kirchbauten in der Lombardei, schwer. Das italienische Fernsehen RAI zeigte Bilder des katastrophalen Unwetters, das sich am Nachmittag am Ende der extremen Sommerhitze formiert hatte. Der obere Teil eines der Türme stürzte auf den Platz vor der Kathedrale, wo er zerschellte. Außer der Kathedrale wurden auch das historische Rathaus der Stadt und weitere Gebäude von der Wucht des Sturms getroffen. Ferner wurden Hunderte Autos vom Hagel und umstürzenden Bäumen zerstört.
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Schwere Gewitter drohen im Südosten Bayerns
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt an diesem Freitag verbreitet vor Gewitter. Vielerorts müsse mit kräftigen Gewittern, Starkregen, Hagel und Sturmböen gerechnet werden. Besonders im Nordwesten und Südosten besteht örtlich Unwettergefahr, wie in der Warnkarte des DWD zu sehen ist.
Der DWD warnt dort für den Nachmittag und Abend vor teils kräftigen Gewittern mit Hagel, Starkregen und Sturmböen von bis zu 85 Kilometern pro Stunde. Lokal kann es laut Warnlagebericht des DWD zu heftigen Regenfällen mit mehr als 30 Litern pro Quadratmeter und Orkanböen zwischen 100 und 130 Kilometern pro Stunde kommen.

In der Nacht zum Samstag lässt die Gewitteraktivität insgesamt nach. Im Südosten Bayerns können sich die Gewitter jedoch bis in die zweite Nachthälfte halten. Dort sind zunächst weiterhin Starkregen, Hagel und Sturmböen möglich.
Am Samstag beruhigt sich das Wetter vielerorts. In der Nordwesthälfte ziehen vor allem im Tagesverlauf zeitweise Schauer und Regen auf. Im Süden und Osten bleibt es bei wechselnder Bewölkung meist trocken, einzelne Schauer sind möglich. Die Temperaturen erreichen 21 bis 27 Grad. An der Nordsee sind einzelne stürmische Böen nicht ausgeschlossen.
Am Sonntag gibt es im Norden wiederholt Schauer. Sonst bleibt es bei wechselnder Bewölkung meist trocken, mit längeren sonnigen Abschnitten vor allem im Südosten. Die Höchstwerte liegen zwischen 22 und 28 Grad.


