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Unwetter:Neuntes Todesopfer in den Schweizer Alpen

The Pigne d'Arolla mountain is pictured near Sion

Der Gipfel des Pigne d'Arolla ist 3790 Meter hoch.

(Foto: REUTERS)
  • Neun Todesopfer in den Schweizer Alpen: Nach einem Unwetter am Wochenende sind zwei weitere Skitourengeher ihren Verletzungen erlegen.
  • Vier Alpinisten starben zuvor, nachdem sie im Gebiet des 3790 Meter hohen Pigne d'Arolla von einem Sturm überrascht wurden.
  • Zwei junge Schweizer kamen bei einer Bergtour zwischen den Kantonen Wallis und Bern um, ein Franzose durch einen Lawinenabgang.

Nach dem Sturm in den Schweizer Alpen sind zwei weitere Skitourengeher aus der Gruppe ums Leben gekommen, die wegen des Wetterumschwungs eine Nacht im Freien ausharren musste. Damit sind insgesamt sechs Mitglieder der 14-köpfigen Gruppe gestorben, wie die Kantonspolizei Wallis berichtet.

Noch vor Ort war einer der Bergführer, ein 59 Jahre alter Italiener, an den Folgen eines Sturzes gestorben. Fünf Alpinisten aus Italien und Bulgarien überlebten die schwere Unterkühlung nicht und starben am Montag und Dienstag im Krankenhaus. Drei weitere Tourengeher, die aus der Schweiz, Frankreich und Italien stammen, sind noch in kritischem Zustand. Die übrigen fünf Mitglieder der Gruppe aus Deutschland, Italien und Frankreich erlitten leichtere Unterkühlungen, sind aber nicht in Lebensgefahr.

Sieben Helikopter an der Unglücksstelle

Die Gruppe war im Gebiet des knapp 3800 Meter hohen Pigne d'Arolla von einem Sturm überrascht worden und hatte die Skihütte "Cabane des Vignettes" am Sonntagabend nicht mehr erreichen können. So campierten die Tourengeher in einer Höhe von 3270 Metern, wofür sie aber nach ersten Erkenntnissen nicht ausgerüstet waren. Der Sturm erreichte hohe Geschwindigkeiten, in der Nacht dürfte es bis zu minus zehn Grad kalt geworden sein.

Der Hüttenwart meldete dann am Montagmorgen gegen 6.30 Uhr, dass mehrere Menschen die Nacht im Freien verbracht hatten. Sieben Helikopter mit Ärzten und Gebirgsspezialisten an Bord flogen daraufhin an die Unglücksstelle und fanden dort die 14 Personen. Mehrere waren stark unterkühlt, eine bereits tot. Die Überlebenden wurden daraufhin in verschiedene Krankenhäuser geflogen. Dort verstarben fünf weitere Personen an den Folgen der Unterkühlung. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet.

Zwei junge Schweizer sterben bei Bergtour

Auch zwei junge Schweizer im Alter von 21 und 22 Jahren kamen bei einer Bergtour am Wochenende ums Leben. Sie waren nach Angaben der Polizei im Gebiet zwischen den Kantonen Wallis und Bern von dem Unwetter überrascht worden. Am Sonntagabend wurden sie als vermisst gemeldet. Ihre Leichen wurden am Montagmorgen gefunden.

Im Gebiet des Allalingletschers im Süden der Schweiz wurden am Montag zwei französische Tourenskifahrer von einer Lawine verschüttet. Ein Opfer starb, das andere wurde verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Seit Anfang des Jahres haben sich im Zusammenhang mit Unwettern und Lawinen zahlreiche tödliche Unglücke in den Schweizer Alpen ereignet. Seit dem 7. April fehlt von dem deutschen Unternehmer Karl-Erivan Haub jede Spur. Der Tengelmann-Chef kehrte von einer Skitour an der schweizerisch-italienischen Grenze nicht zurück.

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