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Unwetter in Mexiko:58 Menschen nach Erdrutsch vermisst

Hilfslieferung in Acapulco

Von der Außenwelt fast abgeschnitten: Hilfslieferung nach Acapulco

(Foto: REUTERS)

Mindestens 80 Tote und 58 Vermisste: In Mexiko wüten die heftigen Stürme "Ingrid" und "Manuel" weiter - letzterer wurde jetzt zum Hurrikan hochgestuft. Besonders dramatisch ist die Lage in und um den Ferienort Acapulco.

Nach den schweren Tropenstürmen der vergangenen Tage sind in Mexiko zahlreiche Menschen durch einen Erdrutsch verschüttet worden. Im Bergdorf La Pintada im südwestlichen Bundesstaat Guerrero würden 58 Menschen vermisst, sagte Staatschef Enrique Peña Nieto. Der Bürgermeister der nahegelegenen Stadt Atoyac sagte der Nachrichtenagentur AFP per Telefon, bisher seien mindestens 15 Leichen geborgen worden. Mehr als 20 Häuser seien durch den Erdrutsch in dem Dorf westlich des Pazifik-Badeorts Acapulco zerstört worden. Die Lage sei "sehr kritisch".

Mexiko ist seit dem Wochenende von den zwei schweren Tropenstürmen "Manuel" und "Ingrid" im Westen beziehungsweise Osten des Landes heimgesucht worden. Nach Angaben des nationalen Zivilschutzes starben bisher landesweit mindestens 80 Menschen. Der Leiter des Zivilschutzes sprach von einem nationalen Notstand. Im ganzen Land mussten etwa 39.000 Menschen ihre Häuser verlassen und Schutz in Notunterkünften suchen. Der Verband der Bauunternehmer rechnet allein mit Straßenschäden in Höhe von 40 Milliarden Peso (2,3 Milliarden Euro), wie die Zeitung Reforma berichtete.

Besonders dramatisch ist die Lage im Ferienort Acapulco, der überschwemmt und durch Erdrutsche von der Außenwelt abgeschnitten wurde. In der Stadt am Pazifik saßen zeitweise etwa 40.000 Touristen fest. Für sie wurde mittlerweile eine Luftbrücke eingerichtet, um sie in Sicherheit zu bringen. Mehr als 5000 Menschen wurden seit Dienstag ausgeflogen. Die Nahrungsmittelversorgung in Acapulco blieb trotz eines massiven Hilfseinsatzes der Armee schwierig, es kam bereits zu massiven Plünderungen in der 680.000-Einwohner-Stadt.

Tropensturm "Manuel" gewann im Golf von Kalifornien erneut an Kraft und erreichte am Mittwochabend (Ortszeit) Hurrikanstärke. Im Innern des Sturms herrschten Windgeschwindigkeiten von bis zu 115 Kilometern pro Stunde, teilte das Nationale Hurrikan-Zentrum der USA mit. "Manuel" zieht die Küste des mexikanischen Bundesstaates Sinaloa im Westen des Landes hinauf Richtung Baja California. Er wird voraussichtlich am Donnerstag (Ortszeit) nahe der Stadt La Paz auf Land treffen und heftigen Regen mit sich bringen, wie es in einer Unwetterwarnung der Regierung hieß.

© AFP/dpa/sebi/odg
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