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Unwetter:Gewaltige Stürme ziehen über Nordeuropa

Tote, Vermisste, Zerstörungen und Stromausfälle - reißende Orkanböen setzen den Menschen in Nordeuropa schwer zu. Für einige Regionen wird die Sturmwarnung weiter aufrechterhalten.

Bei schweren Stürmen sind am Wochenende in Norwegen mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen, zwei weitere gerieten in Seenot und werden vermisst. Das Unwetter verursachte am ersten Advent auch in anderen Teilen Nordeuropas schlimme Verwüstungen. Vielerorts brach die Stromversorgung zusammen. In Schweden, Finnland und Polen waren Hunderttausende Haushalte am Sonntag ohne Elektrizität. In mehreren Häfen rissen Orkanböen Schiffe aus ihren Vertäuungen und trieben sie führerlos aufs Wasser hinaus.

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Älvsborgsbron in Göteborg: Auf der Brücke wurde wegen Sturmböen auch der Autoverkehr gestoppt.

(Foto: AFP)

Es war der erste schwere Sturm der diesjährigen Unwettersaison. Zeitweise wurden Windgeschwindigkeiten bis zu 130 Kilometern gemessen. Vor der schwedischen Westküste registrierte eine Wetterstation elf Meter hohe Wellen, an Norwegens Atlantikküste erreichten die Wellen sogar eine Höhe von bis zu 20 Metern. In Bergen wurde am Sonntag ein Fußgänger von einem umstürzenden Baum erschlagen. In Lervik, nahe der schwedischen Grenze, ertrank ein Mann bei einem Bootsunglück. Im Südwesten des Landes kenterte ein Kamerateam, das vor der Hafenstadt Egesund Unwetterszenen für einen Fantasy-Film drehen wollte. Ein Insasse konnte sich an Land retten, zwei Männer im Alter von 25 und 27 Jahren werden noch vermisst. In dem eiskalten Wasser hätten die beiden jedoch kaum noch Überlebenschancen, erklärte ein Sprecher der Küstenwache.

Schiffs- und Schienenverkehr in der Region waren durch das Unwetter zeitweise stark beeinträchtigt. In Dänemark mussten 148 Passagiere einer Fähre die Nacht auf See verbringen, nachdem das Schiff auf eine Sandbank getrieben war. Erst am Montagmorgen kam die Fähre wieder frei. Im finnischen Raumo riss der Sturm die fast fertig gebaute Princess of France aus ihrer Vertäuung in einer Werft. Die 200 Meter lange Passagierfähre trieb aufs offene Wasser, größere Schäden entstanden dem Schiffsbauunternehmen STX zufolge jedoch nicht. Auch in den schwedischen Hafenstädten Landskrona und Göteborg rissen die orkanartigen Böen größere Schiffe los.

Schäden allein in Norwegen bei 25 Millionen Euro

An mehreren Orten wurden Hochspannungsleitungen durch umstürzende Bäume zerstört. Am dramatischsten war die Situation in Polen, wo Medienberichten zufolge allein in Pommern 200.000 Haushalte in der Nacht zum Montag ohne Strom waren. Auch andere polnische Regionen sowie Teile Südschwedens und Südfinnlands waren von Stromausfällen betroffen. Das Unwetter drückte außerdem Wassermassen aus der Nordsee nach Osten und ließ damit am Montag den Meeresspiegel in Kattegatt und Öresund stark ansteigen. In Kopenhagen kam es deshalb zu kleineren Überschwemmungen. In der Fischauktionshalle des Hamburger Stadtviertels St. Pauli und auf dem danebenliegenden Parkplatz stand das Wasser am Montagmorgen knapp 40 Zentimeter hoch. Deutschland war ansonsten von diesem Sturm nur geringfügig betroffen.

Wie groß der finanzielle Schaden des Unwetters ist, ließ sich am Montag noch nicht genau beziffern. Für Norwegen schätzte der Sprecher eine Versicherungsgesellschaft, der Sturm werde die Branche mindestens 200 Millionen Kronen (etwa 25 Millionen Euro) kosten. Für den Dienstag haben die Meteorologen noch Sturmwarnungen insbesondere für Lappland und Nordskandinavien herausgegeben. Die Experten rechnen aber damit, dass das Unwetter nun schwächer wird.

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