Süddeutsche Zeitung

Unfall mit Wildschwein:Tragisches Ende eines Auswärtsspiels

Ein Unfall mit einem Wildschwein hat in Hessen einen Mann und zwei Frauen das Leben gekostet, eine weitere wurde schwer verletzt. Die drei jungen Frauen waren auf dem Heimweg von einem Auswärtsspiel des Basketball-Bundesligisten BG Göttingen in Gießen - dort hatten sie ihre Lebensgefährten und ihren Bruder angefeuert.

Gerade noch hatten sie ihrem Freund und Bruder in der Gießener Sporthalle Ost zugejubelt: Auf dem Heimweg nahm ein Auswärtsspiel des Basketball-Bundesligisten BG Göttingen für zwei Frauen ein tragisches Ende. Sie kamen bei einem Wildunfall auf der A5 in Hessen ums Leben. Durch den Zusammenstoß mit einem Wildschwein starben drei Menschen, eine vierte Person wurde schwer verletzt.

Der Polizei zufolge war auf der Autobahn Frankfurt-Kassel bei Alsfeld zunächst ein Kleintransporter mit dem Wildschwein zusammengeprallt, das tot auf der linken Spur liegenblieb. Anschließend fuhr ein zweites Auto, in dem drei Frauen saßen, über das tote Tier, die Fahrerin hielt danach auf dem Standstreifen. Als die Frauen aus dem Auto ausstiegen, raste ein dritter Wagen in die Unfallstelle und prallte auf ihren Wagen. Die 28-jährige Fahrerin und ein 16 Jahre altes Mädchen starben, ebenso der 46 jahre alte Mann, der den dritten Wagen fuhr.

Es waren die langjährige Lebensgefährtin und die kleine Schwester eines Spielers des BG Göttingen. Sie waren gemeinsam mit einer Amerikanerin, der Freundin eines anderen Spielers, auf dem Heimweg von dem Spiel in Gießen. Die 22 Jahre alte Frau wurde schwer verletzt.

Der überwiegende Teil der Basketball-Mannschaft war dem Auto in zwei Kleinbussen hinterhergefahren - die Spieler mussten die Tragödie mit ansehen, einige leisteten Erste Hilfe. Zu ihrer Unterstützung wurde ein Notfallseelsorger eingeschaltet. "Die BG Göttingen trauert mit ihrem Spieler Marco Grimaldi um die zwei verstorbenen Angehörigen seiner Familie", erklärt der Verein auf seiner Webseite. "Die BG Göttingen spricht Marco Grimaldi, den Familienangehörigen, Freunden als auch der Familie und den Freunden der Lebensgefährtin Grimaldis das tiefste Mitgefühl und Beileid aus." Der Verein hat auch ein Online-Kondolenzbuch eingerichtet.

Zur Unfallursache erklärten die Ermittler, der 46-jährige Autofahrer aus Vellmar sei vermutlich sehr schnell gefahren. Nachdem er über den Kadaver raste, sei er wohl in die rechte Leitplanke geschleudert, abgeprallt und mit voller Wucht gegen den Wagen der Frauen gestoßen, hinter dem die drei vermutlich standen.

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