bedeckt München

Unfall mit geheimem Prototyp:Porsche-Testfahrer stirbt

"Er war einer der Erfahrensten": Auf der Autobahn bei Weiterstadt ist ein Porsche-Testfahrer mit einem Erlkönig unter die Leitplanke gerast. Die Unglücksursache ist noch unklar.

Ein Porsche-Testfahrer ist am Freitag bei einem Unfall mit einem geheimen Vorserien-Modell auf der Autobahn bei Darmstadt tödlich verunglückt. Der 51 Jahre alte Mann war nach Angaben der Polizei mit seinem getarnten Erlkönig auf der Autobahn von Frankfurt nach Heidelberg (A5) bei Weiterstadt aus zunächst ungeklärter Ursache mit hoher Geschwindigkeit unter die Mittelleitplanke gerast.

Der völlig zerstörte Porsche 911 des Testfahrers.

(Foto: Foto: dpa)

Dabei wurde das Dach des Wagens abgerissen und der Mann so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle starb. Auf dem Streckenabschnitt gibt es keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Ein zweiter Testfahrer des Stuttgarter Autoherstellers konnte noch rechtzeitig ausweichen und anhalten. Er war in einem viertürigen Prototyp des Panamera dem Unfallfahrzeug 911 Cabrio gefolgt.

"Er war einer der erfahrensten Testfahrer", sagte ein Porsche- Sprecher über das Unfallopfer. Der 51-Jährige aus dem Entwicklungszentrum des Sportwagenbauers im baden-württembergischen Weissach habe seit 25 Jahren für die Stuttgarter Autos getestet. Die Testfahrt habe am Donnerstagabend um 22.00 Uhr begonnen und sollte am Freitagmorgen um 6.00 Uhr enden. Ein Unternehmenssprecher sagte dem Radiosender FFH, es sei kein Hochgeschwindigkeitstest gewesen.

Die Autobahn wurde nach dem Unfall um 2.45 Uhr wegen der Bergungsarbeiten in Richtung Süden bis 7.00 Uhr zeitweise ganz gesperrt. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt schaltete zur Klärung der Unfallursache einen Gutachter ein.

Berühmtes Opfer

Ein berühmtes Opfer unter den Testern auf der weitgehend geraden Strecke in diesem Gebiet war der Rennfahrer Bernd Rosemeyer. Der Sportstar starb 1938 - nur rund acht Kilometer von dem Unfallort vom Freitag entfernt - als eine Windböe seinen Rennwagen der Auto Union bei einem Tempo von mehr als 430 Stundenkilometern von der Bahn drückte.

Unfälle bei Fahrzeugtests sind in den letzten Jahren in Deutschland selten bekanntgeworden. Unverletzt blieben zwei Testfahrer, die vor einem Jahr auf der Autobahn Heiligenhafen-Lübeck (A1) mit einem Lamborghini in die Mittelleitplanke prallten. Das Auto hatte einen Wert von etwa 300.000 Euro.

Viel Aufsehen erregt hatte der Fall eines damaligen DaimlerChrysler-Ingenieurs, der 2003 auf dem Weg zu einem Testgelände in rasender Fahrt eine Frau so erschreckt hatte, dass sie bei Karlsruhe von der Autobahn A5 abkam. Sie und ihr Kind starben bei dem Unfall. Der sogenannte Autobahnraser wurde wegen fahrlässiger Tötung zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt.

© dpa/segi
Zur SZ-Startseite