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Unfälle bei Großevents:Tod in der Masse

Beim Unglück auf der Loveparade in Duisburg sind 19 Menschen ums Leben gekommen. Ähnliche Tragödien bei Publikumsveranstaltungen ereigneten sich bereits in der Vergangenheit. Eine Chronologie in Bildern.

Florian Fuchs

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Unfälle bei Großevents:Heysel-Stadion, Brüssel, 1985

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Quelle: ap

Es ist das Europapokalfinale zwischen Liverpool und Juventus Turin. Es soll ein großes Fest werden am 29. Mai 1985. Doch dann wird es eine große Tragödie: 39 Menschen im Brüsseler Heysel-Stadion werden getötet, 600 weitere verletzt. Betrunkene Briten greifen italienische Fans an. Eine Massenpanik bricht aus: Als die Italiener versuchen zu fliehen, bricht eine Betonmauer zusammen und begräbt viele Zuschauer unter sich. Einsatzkräfte müssen die Opfer aus den Trümmern bergen.

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Unfälle bei Großevents:Hillsborough-Stadion, Sheffield, 1989

1989 SHEFFIELD HILLSBOROUGH-STADION

Quelle: dpa

Vier Jahre später sterben sogar noch mehr Menschen bei einem Fußballspiel - und wieder ist Liverpool beteiligt. Kurz nach Beginn des FA-Cup-Halbfinals zwischen Liverpool und Nottingham versuchen Fans, sich gewaltsam Zugang zum Hillsborough-Stadion in Sheffield zu verschaffen. 96 Menschen werden getötet, mehr als 200 verletzt. Viele flüchten sich auf das Spielfeld, um dem Chaos zu entkommen. Dort werden die Verletzten auch erstversorgt.

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Unfälle bei Großevents:Sportpalast, Minsk, 1999

A Belorussian boy holds a portrait of his dead friend in Minsk

Quelle: reuters

Ein weißrussischer Junge hält ein Foto seines zu Tode getrampelten Freundes in den Händen: Das Bild zeigt die Trauerfeier für die 54 Menschen, die bei einer Massenpanik im Mai 1999 in Minsk ums Leben gekommen sind. Etwa 10.000 Jugendliche hatten auf dem Gelände des dortigen Sportpalasts ein Konzert mit weißrussischen Bands besucht. Als ein heftiges Gewitter ausbrach, rannten Tausende zu einer U-Bahnstation. Die Masse riss stolpernde Besucher nieder, viele erstickten.

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Unfälle bei Großevents:Bergisel-Stadion, Innsbruck, 1999

TRAUERFEIER

Quelle: ap

Desiree, Greta, Iris, Melanie und Sonja: Fünf junge Frauen zwischen 14 und 17 Jahren mussten ihren Besuch einer Snowboard-Show im Innsbrucker Bergisel-Stadion mit dem Leben bezahlen. 40.000 sind zu dem Wintersport-Festival im Dezember 1999 gekommen. Nach der Siegerehrung drängen Tausende den Ausgängen zu, am Westtor wird es zu eng, die Masse drängelt. Unter dem Geschiebe birst ein Begrenzungszaun, manche purzeln einen Abhang hinab - Massenpanik aus, die fünf Frauen werden zu Tode getrampelt. Monate später erliegt noch eine Tirolerin im Alter von 19 Jahren ihren schweren Verletzungen.

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Unfälle bei Großevents:Roskilde-Festival, 2000

MUSIC FANS PRAY FOR VICTIMS AT ROSKILDE

Quelle: reuters

Die Trauer nach der Party: Bei einem Konzert von Pearl Jam im Juni 2000 auf dem dänischen Roskilde-Festival sterben neun Menschen, 26 werden verletzt. 50.000 Besucher drängen nach vorne, den Musikern entgegen. Einige stürzen auf dem seifigen, matschigen Boden.  Die Opfer werden gegen die Bühne gedrängt, sie ersticken oder werden totgetrampelt.

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Unfälle bei Großevents:Ellis-Park-Stadion, Johannesburg, 2001

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Quelle: ap

Im Ellis-Park-Stadion in Johannesburg, in dem auch während der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika Spiele stattfanden, kommen im April 2001 insgesamt 43 Menschen ums Leben, 158 weitere verletzen sich. Die Kaizer Chiefs spielen gegen die Orlando Pirates, die Johannesburger Arena ist bei dem Spiel der beiden populären Mannschaften hoffnungslos überfüllt. Panik bricht aus, Menschen werden zu Tode getrampelt, andere müssen noch an der Unglücksstelle notversorgt werden.

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Unfälle bei Großevents:Ohene-Djan-Stadion, Accra, 2001

STADION-UNGLÜCK - 126 TOTE NACH MASSENPANIK

Quelle: dpa

Blut auf den Treppen: Bei Afrikas schlimmstem Unglück in einem Fußballstadion sterben im Mai 2001 in Ghanas Hauptstadt Accra 126 Menschen. Randalierende Fans werfen Plastiksitze auf das Spielfeld im Ohene-Djan-Stadion, als Antwort feuert die Polizei Tränengasgranaten ab. Es kommt zur Panik und zur Katastrophe. Im Stadion befinden sich über 40.000 Menschen - doch sie können nicht fliehen, denn die Tore sind verschlossen. Die Besucher trampeln sich gegenseitig nieder.

© sueddeutsche.de/jobr/bön
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