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UN-Bericht:Höllendesign

"Designerdrogen" werden immer beliebter. Das Plus im Vergleich zum Vorjahr: satte 55 Prozent.

Man kann sie rauchen, schlucken oder schniefen, manche dämpfen die Wahrnehmung, andere lösen Halluzinationen aus: Designerdrogen sind weltweit auf dem Vormarsch. Das geht aus dem Jahresbericht des UN-Drogenkontrollrats (INCB) hervor. "Bis Oktober 2015 hatten Mitgliedstaaten 602 neue Substanzen gemeldet", sagte der INCB-Präsident Werner Sipp nun in Berlin - ein Plus von 55 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch legale Substanzen wie Schlafmittel bereiten dem UN-Drogenkontrollrat zufolge immer mehr Probleme: Ärzte verschrieben älteren Menschen unnötig viele Schlafmittel, was häufig dann zu Abhängigkeit führe. Der Cannabis-Konsum hat ebenso zugenommen. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), lehnte in diesem Zusammenhang eine Legalisierung von Cannabis erneut ab: "Das ist derzeit nicht zwingend notwendig." Stattdessen bereitet Mortler gerade einen Gesetzentwurf vor, der es schwer kranken Menschen erleichtern soll, legal an Cannabis als schmerzlindernde Medizin zu gelangen.