Umweltverschmutzung:38 Millionen Plastikteile an Pazifikinsel angeschwemmt

Henderson Island ist unbewohnt. Dennoch haben Forscher hier die weltweit höchste Mülldichte entdeckt.

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Der Strand von Henderson Island im Südpazifik sieht aus wie nach einer wilden Party. Überall liegt Müll herum. Um genau zu sein: Es sind 38 Millionen Plastikteile. Forscher der Universität von Tasmanien haben den Müll entdeckt und gezählt. Das Kuriose: Die nur zehn Kilometer lange Insel ist unbewohnt. Dennoch gibt es hier die weltweit höchste Mülldichte, heißt es im Forschungsbericht.

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In dem gigantischen Müllberg fanden die Forscher unter anderem Flaschen, Zahnbürsten, Dominosteine, Spielzeug und andere verwaschene Plastikteile in jeder Größe und Farbe - teilweise zehn Zentimeter tief im Sand vergraben.

Etwa acht Millionen Tonnen Plastik landen jährlich im Meer, zumeist aus Flüssen. Nur ein Prozent des Plastiks sieht man an der Wasseroberfläche, etwa in Strudeln. Die restlichen 99 Prozent sinken ins Meer, zerrieben zu Mini-Partikeln. Aus Mikroplastik bildet sich dort eine neue geologische Schicht, in der sich Schadstoffe anlagern können. Fische verwechseln die Stückchen mit Plankton, so landet der Müll wieder beim Menschen auf dem Teller.

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Die Tiere auf Henderson Island versuchen, mit dem Müll zu leben. So hat sich etwa ein Krebs ein leeres Plastiktöpfchen als neues Zuhause ausgesucht. Die Forscher waren von den Müllmassen überrascht. "Die Menge machte mich sprachlos", sagte Jennifer Lavers vom Institut für Meeres- und Antarktis-Studien der Universität von Tasmanien dem Guardian. "Dieser Plastik ist alt, er ist spröde, er ist scharf, er ist giftig." Die Krabbe zu sehen, die in dem Abfall wohnte, sei tragisch gewesen.

Henderson Island

Quelle: Angela K. Kepler/Pacific Biodiversity Information Forum

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Die Koralleninsel Henderson Island gehlört zum britischen Überseegebiet Pitcairn, liegt auf halben Weg zwischen Neuseeland und Chile und ist Unesco-Weltnaturerbe. Auf der etwa 37 Quadratkilometer großen Insel leben viele Pflanzen- und Tierarten - aber keine Menschen. Im Umkreis von 5000 Kilometern gibt es keine größere bewohnte Fläche und auch keine Industrie. Dass es auf Henderson Island dennoch so viel Müll gibt, hat wohl mehrere Gründe: Die Forscher machen in ihrem Bericht dafür Meeresströmungen, die Strandtopografie und Wetterbedingungen verantwortlich.

© SZ.de/AP/dpa/lot/afis/dd/cat
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