Umweltschützer in der ArktisRussische Küstenwache stürmt Greenpeace-Schiff

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Eskalation in der Arktis: Erst feuern russische Grenzschützer während einer Greenpeace-Aktion Warnschüsse ab, nun sollen sie das Schiff der Umweltschützer gestürmt haben. Es geht um Ölbohrungen im ökologisch äußerst sensiblen Nordpolarmeer.

Die russische Küstenwache hat ein Greenpeace-Schiff in der Arktis nach Angaben der Umweltschützer gestürmt. Die Umweltorganisation hatte mit der Arctic Sunrise gegen Ölbohrungen in der Region protestiert. Besatzungsmitglieder müssten auf dem Deck knien und würden von Grenzsoldaten mit Waffen bedroht, teilte Greenpeace mit. Der Kontakt zur Crew sei abgebrochen. Von russischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung.

Greenpeace wirft Russland vor, das ökologisch sensible Gebiet mit den Bohrungen nach Erdöl zu gefährden. Bewaffnete hätten sich von einem Hubschrauber des Inlandsgeheimdienstes FSB, der für den Grenzschutz zuständig ist, abgeseilt, hatte ein Besatzungsmitglied zuvor getwittert. "Es ist ziemlich beängstigend. Laute Schläge. Russische Schreie. Sie versuchen noch immer, die Tür einzutreten", lautete ein Eintrag bei dem Kurznachrichtendienst.

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Das Schiff befinde sich in internationalen Gewässern, betonte Greenpeace und zeigte sich "sehr besorgt". Aktivisten hatten am Vortag von der unter niederländischer Flagge fahrenden Arctic Sunrise aus versucht, die Ölplattform "Priraslomnaja" des Staatskonzerns Gazprom in der Petschorasee zu besetzen. Dabei waren eine Finnin und ein Schweizer festgenommen worden. Grenzsoldaten gaben zudem elf Warnschüsse ab und forderten die Arctic Sunrise zur Umkehr auf.

Das Außenministerium in Moskau bestellte nach dem Vorfall den niederländischen Botschafter ein. Die Umweltschützer hätten "provozierend und lebensgefährdend eine ökologische Katastrophe in Kauf genommen", teilte die Behörde mit. Greenpeace wies die Vorwürfe zurück. Die Küstenwache halte entgegen internationalen Rechts weiter die beiden Aktivisten fest, ohne ihnen konkrete Vorwürfe zu machen, teilte die Organisation mit.

Vor der Gazprom-Zentrale in Moskau demonstrierte Greenpeace für die Freilassung seiner Mitglieder. Für diesen Freitag riefen die Umweltschützer zu Protesten vor russischen Botschaften in aller Welt auf.

© Süddeutsche.de/dpa/mike - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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