Umstrittene Tradition vor Gericht Baustopp für Hahnenkampf-Arenen in Frankreich

Beim Hahnenkampf werden zwei Hähne in einer Arena aufeinander losgelassen. Die Wettbewerbe sind in Frankreich nur an bestimmten Orten zugelassen, sonst sind sie illegal.

(Foto: Archivbild: dpa)
  • Frankreich hat den Bau von neuen Hahnenkampf-Arenen verboten. Trotz der Klage zweier Männer bestätigt der Verfassungsrat nun die Rechtmäßigkeit des Verbots.
  • Die Kläger aus dem Überseegebiet La Réunion sahen gegenüber den erlaubten Stierkampf-Arenen eine Ungleichbehandlung der beiden Traditionen. Sie waren zuvor wegen des Baus einer Hahnenkampf-Arena vor Gericht gestellt worden.

Bau von neuen Hahnenkampf-Arenen bleibt verboten

Ein Bauverbot für neue Hahnenkampf-Arenen in Frankreich verstößt nicht gegen die Verfassung - obwohl für Stierkämpfe neue Arenen errichtet werden dürfen. Der Gesetzgeber habe bewusst "unterschiedliche Situationen unterschiedlich behandelt", erklärte der Verfassungsrat in Paris in einem Grundsatzurteil zu der höchst umstrittenen Tradition der Hahnenkämpfe. Ziel des Gesetzgebers sei es gewesen, ein "Aussterben" der Hahnenkämpfe "zu begleiten und zu befördern". Das sei legitim.

Angeklagte aus La Réunion zogen vor Verfassungsrat

Zwei Männer aus dem französischen Übersee-Département La Réunion, die wegen des Baus einer neuen Hahnenkampf-Arena vor Gericht gestellt worden waren, sahen darin eine verfassungswidrige Ungleichbehandlung. Diese Darstellung wiesen die Verfassungshüter in ihrem Urteil zurück.

Beim Stierkampf und Hahnenkampft handele es sich um "von ihrem Wesen her unterschiedliche Praktiken". Der Gesetzgeber habe das Recht, für Hahnenkämpfe "striktere" Regeln zu erlassen als für Stierkämpfe.

Traditionen noch erlaubt

In Frankreich ist jeder "Akt der Grausamkeit" gegen Tiere verboten, das Strafrecht sieht Strafen von bis zu zwei Jahren Haft und 30 000 Euro Geldstrafe vor. Allerdings sind im Strafrecht auch Ausnahmen für Hahnenkämpfe und Stierkämpfe festgeschrieben, und zwar in Gegenden, in denen solche Veranstaltungen auf eine längere Tradition zurückblicken können.

Während Stierkämpfe im Süden Frankreichs ausgetragen werden, sind die Hahnenkämpfe auf dem französischen Festland nur in der nördlichen Region Nord-Pas-de-Calais erlaubt, außerdem in einer Reihe von Überseegebieten wie La Réunion. Zugleich ist aber der Bau neuer Hahnenkampf-Arenen, sogenannter Gallodrome, verboten - ein Verbot, das es nicht für Stierkampf-Arenen gibt.

Tierschützer kritisieren Kämpfe

Tierschützer protestieren immer wieder gegen die Kämpfe zwischen abgerichteten Hähnen, bei denen die Tiere sich oft schwer verletzen oder gar gegenseitig töten. Vor knapp drei Jahren waren Tierschützer vor dem Verfassungsrat damit gescheitert, Stierkämpfe verbieten zu lassen.