Umfrage:Deutscher Neid

Die Deutschen sind offenbar ein Volk von Neidern. Dabei geht es vor allem ums Geld und fast nie um Gesundheit.

Neid ist - laut der klassischen Theologie - eines der menschlichen Hauptlaster. Ebenso wie Stolz, Geiz oder Wollust kann Neid schnell mal zu schweren oder weniger schweren Sünden führen. In Deutschland ist es längst gängige Stammtischmeinung, dass der Neid hierzulande allgegenwärtig sei, und nun wird dies mit Zahlen unterfüttert. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), das größte deutsche Marktforschungsinstitut, hat in einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Apotheken Umschau 2013 Männer und Frauen ab 14 Jahren zum Thema Neid befragt, heraus kam: Die Deutschen scheinen ein Volk von Neidern zu sein. 23,1 Prozent, also fast ein Viertel der Befragten, werden nach eigenen Angaben neidisch, wenn es anderen Menschen deutlich besser geht; fast zwei Drittel (61,8 Prozent) sind zumindest gelegentlich neidisch auf bestimmte Vorteile anderer Menschen.

Bei der Frage, was konkret den Neid auslöst, ist die am häufigsten genannte Antwort wenig überraschend: Reichtum und finanzielle Unabhängigkeit anderer - 25,5 Prozent nannten diesen Beweggrund. Es folgen Reisen und Freizeitaktivitäten, aber auch Haus, Auto oder Yacht gehören zu den größten Neidauslösern. Die gern gemachte Aussage, dass nichts über die Gesundheit gehe, scheint beim Neid der Umfrage zufolge übrigens nicht zu zählen. Neidisch auf die Gesundheit anderer sind nur 12,5 Prozent - noch hinter Karriereerfolgen oder äußerer Attraktivität.

© SZ vom 15.07.2016 / SZ/AFP
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