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Ukraine:Waldbrand bedroht Reaktor-Ruine von Tschernobyl

  • In der Nähe des 1986 verunglückten Atomreaktors von Tschernobyl tobt ein Waldbrand. Die Flammen sind bis auf 20 Kilomter an die Anlage herangerückt.
  • Die ukrainische Regierung gibt an, es bestehe kleine Gefahr. Umweltschützer warnen aber vor radioaktivem Rauch.
  • Derzeit wird an einem neuen Sarkophag für die Anlage gebaut.

Brandherd 20 Kilometer von Kraftwerksruine entfernt

In der Sperrzone um das 1986 havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl haben ukrainische Einsatzkräfte stundenlang einen Waldbrand bekämpft.

Es handle sich um den schwersten Waldbrand in der Nähe des havarierten Atomkraftwerks seit 1992, sagte Innenminister Arsen Awakow. Die Anlage sei etwa 20 Kilometer vom Brandherd entfernt. Insgesamt sei eine Fläche von etwa 400 Hektar Wald von den Flammen erfasst worden. Mehr als 200 Helfer waren im Kampf gegen das Feuer im Einsatz.

Ukrainische Behörden beschwichtigen

Eine Gefahr für die Kraftwerksruine, in der sich noch immer hoch radioaktives Uran befindet, bestehe nicht, teilte der ukrainische Zivilschutz-Chef Sorjan Schkirjak mit. Es sei keine erhöhte Strahlung in der Umgebung gemessen worden, betonte Ministerpräsident Arseni Jazenjuk. Zuvor waren widersprüchliche Aussagen von Innenminister Awakow über die Entwicklung des Brands gemeldet worden.

Umweltschützer von Greenpeace in Russland warnten vor einer möglichen Katastrophe. Der Wind könne eine radioaktiv verseuchte Rauchfahne bis nach Weißrussland blasen, teilte die Organisation mit.

Neuer Sarkopharg in Bau

Am 26. April 1986 war der vierte Reaktor des Atomkraftwerks explodiert. Nach dem Super-GAU wurden strahlende Partikel vom Wind bis weit nach Westeuropa getragen. Große Flächen in der Nähe der Anlage sind bis heute radioaktiv verstrahlt.

Derzeit wird ein neuer Sarkophag für die Anlage zum Schutz vor Strahlung gebaut. An diesem Mittwoch ist in London eine Geberkonferenz zur Finanzierung der neuen Betonabdeckung geplant.