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Überschwemmungen in Italien:Vier Menschen sterben bei Unwetter

Genua nach schweren Unwetter überflutet

Norditalien wird derzeit von schweren Regenfällen heimgesucht. Die Überschwemmungen richteten Schäden in Millionenhöhe an.

(Foto: action press)
  • Nach starken Regenfällen sind in Italien bei Überschwemmungen vier Menschen ums Leben gekommen.
  • Zwei ältere Frauen starben am Dienstag in der Toskana. Ihr Auto wurde von den Wassermassen eines Flusses mitgerissen. Eine 73 Jahre alte Frau starb bei einem Erdrutsch. Ein weiterer Mensch kam in Genua ums Leben.
  • Heftige Unwetter und Überschwemmungen hatten bereits in den vergangenen Tagen schwere Schäden im Norden Italiens angerichtet.
  • Wütende Bürger werfen den Behörden vor, nicht rasch genug reagiert zu haben.

Auto von Wassermassen mitgerissen

Bei schweren Unwettern in der Toskana sind zwei ältere Frauen ums Leben gekommen. Das Auto der beiden Schwestern wurde nach ersten Erkenntnissen von den Wassermassen eines über die Ufer getretenen Flusses mitgerissen, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Das Unglück ereignete sich nahe Grosseto südlich von Florenz. Die Einsatzkräfte suchten in der Nacht zum MIttwoch nach weiteren möglichen Vermissten. Im Einsatz waren neben Einsatzkräfte von Feuerwehr und Zivilschutz auch ein Hubschrauber mit Nachtsichtgerät.

Ein gewaltiger Wolkenbruch hatte die Region am späten Nachmittag getroffen. Zahlreiche Straßen waren unpassierbar. In der Ortschaft Orbetello wurden die Bewohner per SMS dazu aufgefordert, sich in höheren Stockwerken ihrer Häuser in Sicherheit zu bringen. Dutzende Menschen wurden außerdem per Hubschrauber gerettet.

Erdrutsch bei Triest

Auch im Norden wüteten die Unwetter weiter und richteten schwere Schäden an. Nahe der Hafenstadt Triest an der Grenze zu Slowenien kam es durch die Wassermassen zu einem Erdrutsch, bei dem eine 73 Jahre alten Frau starb. Sie wurde von Trümmern ihres Hauses verschüttet.

Seit Tagen regnet es extrem heftig

Schwere Regenfälle haben im Norden Italiens in den vergangenen Tagen schwere Schäden angerichtet. In der Hafenstadt Genua war ein Mensch ums Leben gekommen. In der Hafenstadt Triest im äußersten Nordosten des Landes wurden zahlreiche Straßen und Geschäfte überflutet.

Auch am Dienstag regnete es vielerorts weiter. Besonders stark betroffen waren die Gemeinden Gavi und Arquata im Piemont südlich von Mailand. Dutzende Menschen mussten die Nacht in Notunterkünften verbringen, nachdem Regenmassen die Orte überschwemmt hatten. Auch die Gefahr von Erdrutschen ist nach wie vor groß.

Etwas entspannt hat sich die Lage in Parma in der Region Emilia-Romagna, wo zuvor ein Fluss über die Ufer trat und Teile der Stadt überschwemmte. Zahlreiche Haushalte waren ohne Strom, auch Internet- und Telefonverbindungen brachen zusammen, Straßen mussten gesperrt werden. Einige Schulen in der Stadt blieben deshalb geschlossen. Die Schäden gehen in die Millionenhöhe.

Bürger sind wütend auf Behörden

Die Wut der Bürger ist groß: Den Behörden wird immer wieder vorgeworfen, nicht rasch genug reagiert zu haben. Die Beschuldigten hingegen verweisen häufig auf unterschiedliche Zuständigkeiten. Umweltschützer beklagen etwa, dass nur für große Infrastrukturprojekte Mittel zur Verfügung stünden, während für den Schutz der Natur und die Sicherheit der Menschen wenig ausgegeben werde.

Das Thema hat längst die Politik erreicht: Ministerpräsident Matteo Renzi sicherte die Unterstützung der Regierung zu. Und Staatschef Giorgio Napolitano warnte vor allzu großer Sorglosigkeit und Trägheit. Er rief dazu auf, sich mehr für die Bewahrung von Natur und Umwelt einzusetzen.

© SZ.de/dpa/juld/olkl
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