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Spektakulärer Überfall auf Geldtransporter:Mit leeren Taschen auf der Flucht

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Die Rauchwolken der angezündeten Autos waren kilometerweit zu sehen - von den Räubern allerdings fehlt jede Spur.

(Foto: Corriere della Sera TV/screenshot)

Kriminelle blockieren Italiens längste Autobahn, streuen Nägel auf die Fahrbahn und zünden Autos an. Am Ende erbeuten sie: nichts.

Von Elisa Britzelmeier

Die A1 ist Italiens längste Autobahn, genannt Autostrada del Sole, Sonnenautobahn. Sie führt einmal quer durchs Land, von Mailand bis Neapel. Weswegen italienische Medien nun leicht theatralisch schreiben: Italien sei in zwei Teile gerissen worden.

Was am Montagabend auf der Sonnenautobahn passiert ist, klingt ein wenig nach Western, Actionfilm oder Gangsterkomödie, aber von der Sorte, bei der die Verbrecher am Ende scheitern. Stundenlang war die A1 zwischen Modena und Bologna in beiden Richtungen gesperrt, der Grund: ein versuchter Raubüberfall. Kriminelle hatten es auf einen Geldtransporter abgesehen, teilte die Betreibergesellschaft Autostrade per l'Italia mit.

Nägel auf die Fahrbahn gestreut

Italienische Medien rekonstruieren die Geschehnisse so: Zwischen Valsamoggia und Modena-Süd hatten die Unbekannten Nägel auf die Fahrbahn gestreut, um den Transporter zu stoppen. Gegen halb neun legten die Täter los, es soll sich um mehrere bewaffnete Männer handeln. Sie zwangen demnach zwei Lkw-Fahrer, ihre Lastwagen querzustellen, um die Zufahrt zur Autobahn zu blockieren. Und sie sollen mindestens zwei Autofahrer bedroht und deren Fahrzeuge angezündet haben. Rauchwolken stiegen auf und waren kilometerweit sichtbar. Zeugen sollen Schüsse und Explosionen gehört haben. Verletzt wurde niemand.

Irgendetwas am Plan der Verbrecher muss schiefgegangen sein - jedenfalls flohen sie in Richtung Bologna. Ohne Beute. Nun soll der Fall mit Hilfe der Aussagen der Geldtransporterfahrer, der bedrohten Autofahrer und weiterer Zeugen aufgeklärt werden. Die Täter folgten einem Vorgehen, schreibt die italienische Nachrichtenagentur Ansa, dessen Schema bereits aus anderen Fällen bekannt sei.

In beide Richtungen kam es zu kilometerlangen Staus auf einem Abschnitt der A1, der als wichtiger Verkehrsknotenpunkt gilt. Der Verkehr musste umgeleitet werden. Sieben Stunden später teilte die Betreibergesellschaft mit, die Sperrung sei aufgehoben, beide Fahrtrichtungen seien wieder geöffnet. Die mutmaßlichen Täter werden unterdessen in ganz Norditalien gesucht. Auch die Sendung Chi l'ha visto, das italienische Äquivalent zu Aktenzeichen, ist schon eingestiegen und ruft via Social Media zur Mithilfe auf.

© SZ/lot
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