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U-Bahn-Unglück in Moskau:Russische Polizei nimmt Bauarbeiter fest

21 Menschen sind beim schwersten Unglück in der Geschichte der Moskauer U-Bahn ums Leben gekommen. Jetzt hat die Polizei zwei Bauarbeiter festgenommen. Die Medien warnen davor, lediglich Sündenböcke zu suchen.

  • Nach einem schweren U-Bahn-Unglück am Dienstag in Moskau hat die Polizei zwei Bauarbeiter festgenommen.
  • Russische Medien fordern eine umfassende Aufklärung des Unfalls.

Bauarbeiten "nicht korrekt ausgeführt"

Ein Vorarbeiter und sein Assistent stehen im Verdacht, Sicherheitsnormen verletzt zu haben, erklärte die Staatsanwaltschaft nach der Festnahme. Die beiden Männer sollen direkt an der Vorbereitung von Weichenarbeiten an dem Streckenabschnitt beteiligt gewesen sein, an dem die Bahn entgleiste.

Die Bauarbeiter seien schon verhört worden, eine Anklage werde vorbereitet, erklärte die Staatsanwaltschaft. Die Bauarbeiten zwischen den Stationen Pobedi-Park und Slawjanski seien "nicht korrekt ausgeführt worden", verlautete aus Ermittlerkreisen.

Das Unglück

Bei dem Unfall am Dienstag zur morgendlichen Hauptverkehrszeit sind 21 Menschen ums Leben gekommen, mehr als hundert weitere wurden verletzt. Es war das schwerste Unglück seit der Eröffnung der U-Bahn im Jahr 1935.

Zunächst hatten die Behörden einen Stromausfall und ein falsches Alarmsignal als Grund für den Unfall angegeben. "Es gab eine starke Bremsung. Dann ging das Licht aus, und es gab viel Rauch", berichtete ein Fahrgast dem TV-Sender Rossiya-24.

Forderung nach Überprüfung des Nahverkehrs

Die russische Presse fordert eine umfassende Aufklärung der Hintergründe. Sollten die Ermittler die Schuld "dem Zugführer oder einem anderen Sündenbock zuschieben", müssten die Behörden mit der Wut der Moskauer rechnen, warnte das Nachrichtenportal Gazeta.ru. In weiteren Medien wurde unter anderem die Forderung nach einer Überprüfung des gesamten Moskauer Nahverkehrsnetzes laut.

© Süddeutsche.de/AFP/feko/dgr
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