TV-Interview Gina-Lisa Lohfink: Mann aus Video äußert sich

Im Frühstücksfernsehen lobt Sebastian Pinto Lohfink für ihre Erfolge im "Sexualrecht". Dann stellt er ein paar Dinge aus seiner Sicht klar.

Am kommenden Montag wird in Berlin der Prozess gegen Gina-Lisa Lohfink wegen falscher Vergewaltigungsvorwürfe fortgesetzt. Während Lohfink den Fall schon länger mit öffentlichen Auftritten und tränenreichen Fernsehinterviews begleitet, geht nun auch die Gegenseite in die Öffentlichkeit: Sebastian Castillo Pinto wird am Montagmorgen im Sat-1-Frühstücksfernsehen vor dem Prozess seine Sicht der Dinge schildern. Schon jetzt wurden Auszüge aus dem Interview veröffentlicht.

Pinto ist einer der beiden Männer, die mit Lohfink im Juni 2012 Sex hatten und das Ganze auf Video festhielten. Beide wurden wegen der Verbreitung der Aufnahmen zu Geldstrafen verurteilt. Eine Klage Lohfinks wegen Vergewaltigung wurde abgewiesen - nun läuft der Prozess wegen falscher Vergewaltigungsvorwürfe gegen die 29-Jährige.

Am Montag wird Pinto vor Gericht aussagen. Was dort von ihm zu erwarten ist, kann man jetzt schon nachlesen. Der ehemalige VIP-Manager eines Berliner Nachtclubs beginnt mit einem Lob für Lohfink: Er finde gut, was sie "mit dem Sexualrecht erreicht" habe. Das Ganze auf einer Lüge aufzubauen, sei aber eine Schande.

Pinto fühlt sich "eh schon genug demontiert", sagt sein Anwalt

Dann berichtet er aus besagter Nacht, in der sein Bekannter Pardis F. mit Lohfink bei ihm in der Wohnung vorbeigekommen war. Es sei klar gewesen, "dass wir einen schönen Abend haben und alle Sex haben". Drogen seien nicht im Spiel gewesen und es habe auch "keine Vergewaltigung stattgefunden". Das dreifach geäußerte "Hör auf" von Lohfink habe er auf das Filmen bezogen, nicht auf den Sex. Er bereue alles "natürlich sehr". Und: Die Geschichte habe auch sein Leben zerstört.

Aus diesem Grund - weil Pinto sich "eh schon genug demontiert" fühle, wie sein Anwalt Christian Gerlach der SZ sagt - habe er sich nun entschieden, an die Öffentlichkeit zu gehen. Der Auftritt im Frühstücksfernsehen und ein Gespräch mit der Bild-Zeitung seien nur der Anfang. Denn Lohfink, da ist sich Gerlach sicher, werde den Fall zum Sommerlochthema machen wollen. Pinto wolle dagegenhalten.

Vom dritten Beteiligten werde man nichts zu hören bekommen, sagt Gerlach. Pardis F. wolle den Fall hinter sich bringen. Der 28-Jährige plane, als Profifußballer durchzustarten. Die öffentliche Aufregung im Zusammenhang mit dem Fall Lohfink komme ihm da extrem ungelegen.

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