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Türkei:Gepanschter Alkohol - mehrere Tote

Zwei Jahre ist es her, dass drei deutsche Schüler sich in Antalya mit gepanschtem Schnaps vergifteten. Nun sind in einem türkischen Ferienort ausländische Gäste an einer Methanolvergiftung gestorben.

Mehrere Menschen sind nach einer Feier mit gepanschtem Alkohol in der Türkei an einer Methanolvergiftung gestorben. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet von zwei toten Russinnen im Alter von 19 und 28 Jahren, die dpa sogar von drei Toten. Zwei Menschen liegen noch in kritischem Zustand in einem Moskauer Krankenhaus, wie die russische Tourismusbehörde nach Angaben der Agentur Interfax meldet.

Bodrum gilt als beliebtes Urlaubsziel in der Türkei. Eine Bootstour vor der Küste von Bodrum endete nun tödlich.

Insgesamt kamen mehr als 20 russische Touristen und Mitarbeiter von Reisebüros nach einer Bootstour am 27. Mai in Bodrum am Mittelmeer ins Krankenhaus. Bei dem Ausflug der russischen Gäste sei offenbar gepanschter Whisky serviert worden, berichteten Zeitungen. Der Jacht-Besitzer wurde festgenommen. Wer den vergifteten Alkohol auf das Boot brachte, ist unklar.

Der türkische Tourismusminister Ertugrul Günay kündigte am Mittwoch verschärfte Kontrollen an. "Wir bedauern, dass so etwas schon mehrfach passiert ist. Diese Leute werden die höchstmöglichen Strafen erhalten", sagte Günay.

Der Fall weckt Erinnerungen an den Tod dreier Schüler aus Lübeck. Sie hatten im März 2009 bei einer Klassenfahrt in der Türkei hochgiftigen Methylalkohol getrunken - in der Annahme, es sei Wodka. Die Behörden hatten damals angekündigt, schärfer gegen Panscher vorzugehen, die wegen der hohen Steuern auf Alkohol in der Türkei immer wieder Abnehmer finden.

Der Prozess gegen die mutmaßlichen Panscher dauert an. Bei der jüngsten Verhandlung Ende Mai wies der Hauptangeklagte Cengiz E. die Vorwürfe zurück und gab den deutschen Schülern selbst die Schuld: Sie hätten am fraglichen Tag Parfüm getrunken und Hasch geraucht, sagte er. Die Staatsanwaltschaft fordert für E. und sieben andere Angeklagte Haftstrafen von bis zu 25 Jahren. Ein Urteil in dem Verfahren wird am 22. Juli erwartet.