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Türkei:Tote bei schwerem Erdbeben

People stand outside a collapsed building after an earthquake in Elazig

Zerstörtes Haus in der osttürkischen Provinz Elazig.

(Foto: REUTERS)

Die osttürkische Provinz Elazig ist von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Über 30 Menschen sterben. Eine Mutter und ihr Kind werden nach 28 Stunden unter Trümmern gerettet.

Nach einem schweren Erdbeben in der osttürkischen Provinz Elazig sind am Freitagabend in der Türkeiüber 30 Menschen getötet und 1 000 verletzt worden. Das teilte Innenminister Süleyman Soylu am Samstagmorgen mit. Das Beben hatte nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde Afad die Stärke 6,8. Es sei von rund 400 Nachbeben gefolgt worden, eines habe die Stärke 5,1 erreicht, sagte Soylu weiter. Das Erdbeben hatte sein Zentrum in der Provinz Elazig im Bezirk Sivrice und ereignete sich gegen 21 Uhr Ortszeit.

Der Geologische Dienst gab an, dass das Beben nicht nur die Türkei, sondern auch Gebiete in Syrien, Georgien und Armenien erschüttert habe. Am schwersten aber hat es die Türkei getroffen. Dort stürzten mehrere Gebäude ein. Am Samstagmorgen gingen Behörden Soylu zufolge davon aus, dass noch immer Menschen unter den Trümmern verschüttet liegen sollen.

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45 Verschüttete konnten bereits gerettet werden. Eine 35-jährige Frau und ihre zwei Jahre alte Tochter konnten am Sonntag 28 Stunden nach dem Erdbeeben geborgen werden. Sie waren von den Trümmern eines einstürzenden Gebäudes in der Stadt Elazig verschüttet worden.

Präsident Recep Tayyip Erdoğan sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge, es würden alle Maßnahmen getroffen, um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten. In einem Tweet wünschte er den Verletzten schnelle Heilung und den Toten die Gnade Gottes. Außerdem habe er mehrere Minister in die Region entsandt. Aus dem Verteidigungsministerium hieß es, es seien Krisenstellen eingerichtet worden, um Such- und Rettungsmissionen zu unterstützen. Das Militär ließ mitteilen, es stehe bereit, falls seine Hilfe benötigt werde. Die Katastrophenschutzbehörde meldete, sie habe Hunderte Helfer sowie Zelte, Betten und Decken in die Region geschickt.

Die Türkei ist stark erdbebengefährdet

In sozialen Medien äußerten sich viele Menschen bestürzt, darunter der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell und der türkischstämmige Fußballer Mesut Özil. "Meine Gebete sind mit allen, die von dem Erdbeben in der Türkei betroffen sind", schrieb der deutsche Ex-Nationalspieler auf Twitter. Borrell sprach dem türkischen Volk seine Solidarität und den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus.

Die Türkei ist besonders erdbebengefährdet. Eines der tödlichsten Beben war eines der Stärke 7,6 im Jahr 1999 mit Epizentrum in Gölcük südöstlich von Istanbul. Damals gab es Zehntausende Verletzte und Tote.

© SZ.de/dpa/AP/fie/hij/jobb
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