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Tschechien:Elf Tote bei Hochhausbrand - Verdacht auf Brandstiftung

Hochhausbrand in Tschechien

Feuerwehrleute bekämpfen den Brand in einem tschechischen Hochhaus.

(Foto: Vladimír Pryèek/dpa)

Es ist die schlimmste Brandkatastrophe in Tschechien seit 1990: In der Grenzstadt Bohumin bricht im elften Stock eines Plattenbaus ein Feuer aus. Verzweifelte Menschen springen aus dem Fenster. Es könnte Brandstiftung gewesen sein.

Bei einem Brand in einem Hochhaus in Tschechien sind mindestens elf Menschen gestorben, darunter drei Kinder. Das sagte ein Feuerwehrsprecher nach Angaben der Agentur CTK. Zehn Bewohner und drei Einsatzkräfte seien verletzt worden. Das Feuer war am späten Nachmittag in einer Wohnung im 11. Stock des 13-stöckigen Plattenbaus in der Stadt Bohumin (Oderberg) an der Grenze zu Polen ausgebrochen, wie die Polizei mitteilte.

Die Ermittler gingen davon aus, dass der Brand absichtlich gelegt worden sei, sagte Innenminister Jan Hamacek im Sender CT. "Wahrscheinlich handelte es sich um einen Nachbarschaftsstreit, der seit Langem andauerte", berichtete der Sozialdemokrat. Eine Person sei vorläufig festgenommen worden. Nach Angaben der Feuerwehr breiteten sich die Flammen ungewöhnlich schnell aus. Das könnte auf einen Brandbeschleuniger wie Benzin hindeuten.

"Es finden intensive Ermittlungen zu den Umständen und Ursachen dieses tragischen Ereignisses statt", teilte eine Polizeisprecherin mit. Mit elf Toten ist es die schlimmste Brandkatastrophe in der Geschichte des Landes seit 30 Jahren. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot und mehreren Spezial-Drehleitern vor Ort. Auch ein Rettungshubschrauber war im Einsatz.

Bis zum Aufblasen des Sprungpolsters fehlten nur Sekunden

Augenzeugen berichteten tschechischen Medien, dass verzweifelte Menschen bei der Flucht vor Rauch und Flammen aus dem Fenster gesprungen seien. "Ich habe zwei Menschen auf der Fensterbank sitzen sehen, die gebrannt haben. Dann ist einer von ihnen gesprungen - weiter konnte ich nicht mehr zusehen", sagte eine Frau der Onlineausgabe der Zeitung Pravo.

"Schrecklich, ich habe die Schreie bis zum Kinderspielplatz gehört", berichtete eine andere Anwohnerin. Ein Kriseninterventionsteam sollte sich um die Zeugen des Unglücks kümmern. Feuerwehrchef Vladimir Vlcek sagte, es sei tragisch, dass nur Sekunden bis zum Aufblasen des Sprungpolsters gefehlt hätten.

Bohumin liegt rund 300 Kilometer östlich von Prag und hat knapp 21 000 Einwohner. Die Industriestadt ist ein bedeutender Bahnknotenpunkt. Erst im vorigen Dezember waren bei einer Explosion und einem Brand in einem Plattenbau in Presov im Nachbarland Slowakei acht Menschen ums Leben gekommen.

© SZ/dpa/saul
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