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Trauerfeier für Opfer der Loveparade:"Juristisch illegal"

Bürokratie vor Pietät: Die Stadt Duisburg macht bei der Aufarbeitung der tödlichen Massenpanik bei der Loveparade vor gut einem Jahr erneut keine gute Figur. Die Stadt soll die Ausrichtung einer Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Katastrophe kurzfristig nicht genehmigt haben. Der Veranstalter der Trauerfeier spricht von Gängelei.

Die Zeremonie zur Erinnerung an die Opfer ein Jahr nach der tödlichen Loveparade-Katastrophe ist offenbar von der Stadt Duisburg nicht genehmigt worden. Vor der Veranstaltung im Duisburger Stadion am 24. Juli sei der private Veranstaltungsleiter wiederholt von der Stadt gegängelt worden, berichteten Zeitungen der WAZ-Gruppe.

Loveparade Disaster One Year Anniversary Commemoration

Gedenken an die Opfer: Trauernde legen auf dem Gelände der Duisburger Loveparade ein Jahr nach der Katastrophe Blumen nieder und zünden Kerzen an. 

(Foto: Getty Images)

Die NRW-Staatskanzlei, die einen vor Ort erfahrenen Polizisten und Veranstaltungsorganisator beauftragt hatte, wollte sich demnach nicht äußern. Die Stadt Duisburg erklärte laut WAZ, die Zusammenkunft sei "juristisch illegal" gewesen. Sie hätte nicht genehmigt werden dürfen. Ein kurzfristiges Verbot der Veranstaltung wäre jedoch "unverhältnismäßig" gewesen.

Laut WAZ versagte die Stadt im letzten Augenblick die Genehmigung der Trauerveranstaltung und sprach sogar von einem "Schwarzbau". Die Stadt wies dem Bericht zufolge den Vorwurf der Gängelei zurück.

Genehmigungen für die Trauerfeier seien verzögert, behindert und blockiert worden, zitierte das Blatt dagegen den Organisator: "Es schien so, dass nicht jeder in der Stadt glücklich war, dass das Land die Gedenkveranstaltung ausrichtete."

Auf Wunsch der Angehörigen und überlebenden Opfer war der Stadt Duisburg die Durchführung der Gedenkfeier nicht übertragen worden. Stattdessen zeichnete das Land NRW dafür verantwortlich.

Bei der Loveparade waren im Juli vergangenen Jahres 21 Menschen bei einer Massenpanik ums Leben gekommen. Es gab mehr als 500 Verletzte.

Oberbürgermeister Sauerland nahm nicht teil

Der Stadt Duisburg wird unter anderem vorgeworfen, sie hätte die Großveranstaltung aus Sicherheitsgründen nicht genehmigen dürfen. Die staatsanwaltlichen Ermittlungen laufen.

Rund 7.000 Menschen - darunter Angehörige, Überlebende, Notfallseelsorger und Rettungskräfte - waren vor gut zwei Monaten zu der Gedenkveranstaltung in gekommen. Geleitet wurde die öffentliche Zeremonie von hochrangigen Geistlichen der christlichen Kirchen. Auch Politiker waren anwesend. Der umstrittene Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) nahm hingegen nicht teil. Angehörige hatten im Vorfeld erklärt, Sauerland solle besser fernbleiben. Gegen Sauerland sammeln Bürger Unterschriften für eine Abwahl, da er politische und moralische Mitverantwortung trage. Bereits kurz nach der Katastrophe war Sauerland stark unter Druck geraten, der Politiker hatte einen Rücktritt aber stets abgelehnt.

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