bedeckt München 26°

Toter Adelsspross:Bei einem Unfall ertrunken

Die Leiche des vor einer Woche nahe Landshut verschwundenen Felix von Quistorp ist gefunden worden - in einem 15 Meter tiefen Brunnen des großelterlichen Schlosses.

Der in Niederbayern verschwundene Felix von Quistorp ist bei einem Unfall ums Leben gekommen. Die Obduktion der Leiche ergab nach Polizeiangaben, dass der 14-Jährige in dem Brunnenschacht auf dem Schlossgelände seines Großvaters ertrunken ist.

Zwar seinen an der Leiche Schürfwunden entdeckt worden, die stammten aber vermutlich von dem Sturz in den Brunnenschacht, sagte ein Polizeisprecher. "Auf Grund der vorliegenden Erkenntnisse ist ein Fremdverschulden auszuschließen."

Am Dienstag um 9.40 Uhr hatten Taucher der bayerischen Polizei den Körper des Jungen am Grund eines 15 Meter tiefen Brunnens gefunden, sagte ein Polizeisprecher im Gespräch mit sueddeutsche.de. "Das Wasser in dem verschlammten Brunnen ist trübe, so dass man nicht auf den Grund schauen kann." Daher habe man bei der ersten Suchaktion nichts entdeckt, so die Polizei. Der Brunnen steht in einem alten Gewölbe und war teilweise mit Brettern abgedeckt.

Der Fundort der Leiche wurde von der Polizei weiträumig abgesperrt, Beamte der Kriminalpolizei Landshut hielten sich vor Ort auf. Bereits zuvor war eine mehr als 20 Beamte starke Sonderkommission gebildet worden.

Familiengeschichte reicht bis ins 14. Jahrhundert

Der aus Potsdam stammende Jugendliche war zu einem Weihnachtsbesuch auf dem Schloss seiner Großeltern in Weihenstephan gewesen.

Seit Donnerstag vergangener Woche fehlte von dem groß gewachsenen blonden Jugendlichen jede Spur. Der Großvater meldete seinen Enkel vermisst, eine groß angelegte Fahndungsaktion begann.

Allein am Neujahrswochenende hatten rund 300 Helfer von Polizei und Feuerwehr mit Spürhunden erfolglos nach Felix Ausschau gehalten.

Die Angehörigen des toten Felix von Quistorp stünden unter Schock und werden durch "Notfallseelsorger" betreut, sagte der Polizeisprecher sueddeutsche.de. Die Familie hatte bis zuletzt gehofft, den Jungen lebend wiederzufinden.

Ursprünglich stammen die Quistorps aus Holstein. Wie sie auf ihrer Internetseite schrieben, wurde das Geschlecht 1364 erstmals urkundlich erwähnt. "Unser Familienzweig zog Ende des 16. Jahrhunderts nach Rostock und zeichnete sich dort insbesondere durch eine Reihe namhafter Theologen und anderer Professoren aus."

Ende des 18. Jahrhunderts habe sich die Familie auch nach Vorpommern ausgebreitet, wo sich ein "Familienast auf insgesamt drei Rittergütern niederließ."