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Tote bei Zwangsräumung in Karlsruhe:"Ganz Baden-Württemberg trauert mit ihnen"

Die Einsatzkräfte versuchen, Kontakt zu dem Geiselnehmer aufzunehmen, über die Handys der Männer, die sie in seiner Gewalt wissen, über alle Kanäle, doch vergeblich: Keine Reaktion. Zwischen elf und zwölf Uhr kommt Rauch aus der Wohnung, die Einsatzkräfte schlagen zu. Auf der Pressekonferenz wird der Staatsanwalt später von "erheblicher Eigengefährdung" der Beamten vor Ort sprechen, als sie in die Wohnung gehen. "Es gab trotz aller Bemühungen für die Polizei nichts mehr zu retten", wird er sagen.

Am Tatort machen die Polizisten eine schreckliche Entdeckung: Fünf Leichen liegen in der Dachgeschosswohnung, alle erlagen Schussverletzungen. Der Schlosser, der Gerichtsvollzieher, der neue Eigentümer der Wohnung. Im Schlafzimmer finden die Ermittler zudem die Lebensgefährtin des Geiselnehmers, ihr hatte das Apartment vor der Zwangsversteigerung gehört. Sie liegt auf dem Bett, die tödliche Wunde eines aufgesetzten Schusses in der Brust. Den Täter selbst finden die Beamten ebenfalls in dem Raum, er hat sich mit einer Ladung Schrot das Leben genommen.

"Man ist geneigt, zu sagen: schon wieder ein Angriff auf einen Justizbeamten", sagt der Staatsanwalt später sichtlich bewegt mit Blick auf den getöteten Gerichtsvollzieher. Ein Famiilienvater, wie auch der Schlosser. Der Karlsruher hinterlässt kleine Kinder und eine schwangere Frau. Der neue Besitzer der Wohnung eine Lebensgefährtin.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat mit Bestürzung auf das Geiseldrama reagiert. "Die schreckliche Tat in Karlsruhe hat mich zutiefst erschüttert", sagte der Grünen-Politiker. In Gedanken sei er bei den Opfern, sein tiefes Mitgefühl gelte ihren Angehörigen. "Ganz Baden-Württemberg trauert mit ihnen."