Verheerende Flutkatastrophe auf den Philippinen Taifun "Washi" fordert mindestens 440 Todesopfer

Der Taifun "Washi" kam ohne Ankündigung und brachte Regenmassen mit sich: Kinder ertranken in den Sturzfluten, Überlebende wurde aus teils meterhohen Wassermassen gerettet. Mindestens 440 Menschen wurden Opfer des Tropensturms und der Überschwemmungen, die er nach sich zog. Rettungskräfte suchen noch nach Hunderten Vermissten.

Bei heftigen Überschwemmungen in der Folge von Tropensturms "Washi" sind auf den Philippinen mindestens 440 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben des Roten Kreuzes und der örtlichen Behörden werden zahlreiche Menschen vermisst, nachdem das Unwetter in der Nacht über die Insel Mindanao hinweggefegt war und Sturzfluten ausgelöst hatte.

Die Zahl der Toten bei den schweren Überflutungen im Süden der Philippinen ist auf mindestens 440 gestiegen.

(Foto: dpa)

Die heftigen Regenfälle dauerten mehr als zwölf Stunden an. Sie begannen am späten Arbend und überraschten viele Menschen im Schlaf und völlig ohne Vorwarnung. Auf der Insel Mindanao traten mehrere Flüsse über die Ufer. In der Stadt Iligan wurden 79 Leichen geborgen, wie Bürgermeister Lawrence Cruz mitteilte. In der Provinz Zamboanga del Norte ertranken nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde drei Menschen in den Fluten. Vor der Stadt El Salvador, rund zehn Kilometer nordwestlich von Cagayan de Oro seien 60 Menschen gerettet worden, nachdem sie auf das Meer hinausgetragen worden waren, sagte ein Beamter des Katastrophenschutzes in der Provinz Misamis Oriental, Teddy Sabuga-a. 120 weitere seien vor dem Township Opol in Sicherheit gebracht worden.

Bürgermeister Cruz sagte, die Küstenwache und andere Rettungskräfte würden in den Gewässern vor Iligan nach Überlebenden und Leichen suchen, die möglicherweise von einem angeschwollenen Fluss auf das Meer hinausgetragen wurden. In einigen Stadtteilen sei das Wasser hüfthoch. Dutzende Bewohner hätten sich vor dem Hochwasser in Sicherheit gebracht, indem sie auf die Dächer ihrer Häuser geklettert seien, sagte Cruz. Viele seien jedoch im Schlaf von den Fluten überrascht worden. Die Pegelstände seien in nicht einmal einer Stunde um einen Meter gestiegen.

Ein Sprecher der Stadt Cagayan de Oro sagte, rund 20.000 Bewohner seien von den Überflutungen betroffen. Viele Menschen seien in vorübergehenden Schutzunterkünften untergebracht. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie das trübe Hochwasser durch die Straßen rauschte und dabei Trümmerteile mit sich zog. Dort wo das Wasser zurückgegangen war, waren die Straßen mit dicken Schlammschichten bedeckt. Im Fernsehen hieß es, ein Auto sei über eine Betonabsperrung geschwemmt worden.

Nach Angaben des Chefs der Zivilschutzbehörde, Benito Ramos, wurden 400 Menschen in den beiden am schwersten betroffenen Städten gerettet. Hunderte Helfer seien im Einsatz, um nach Verletzten zu suchen. Der Katastrophenschutzbehörde zufolge kamen zudem fünf Bergleute bei einem Erdrutsch ums Leben. Auf der ganzen Insel gab es Stromausfälle, Flüge wurden gestrichen.

Tropensturm "Washi" war bereits der 19., der die Philippinen in diesem Jahr erreichte. Er traf im Osten der Insel Mindanao auf Land und sorgte in der Region für Regenwolken mit einem Durchmesser von 400 Kilometern. Bis Samstagmorgen (Ortszeit) befand sich der Sturm über dem Sulusee und erreichte Windgeschwindigkeiten von 75 Stundenkilometern. Im September hatten zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Taifune im Norden der Philippinen mehr als 100 Menschen das Leben gekostet.