Todesstrafe US-Bundesstaat Georgia richtet geistig Behinderten hin

Der mutmaßlich geistig behinderte Doppelmörder Warren Hill wurde in den USA hingerichtet.

(Foto: AP)
  • In den USA ist ein Mann hingerichtet worden, obwohl seine Anwälte eine geistige Behinderung geltend machen.
  • Der 54-Jährige hat seine Freundin und später einen Mithäftling umgebracht.
  • Anwälte, Ärzte und ranghohe US-Persönlichkeiten hatten sich dafür eingesetzt, dass die Todesstrafe nicht vollstreckt wird.

Trotz mehrerer Forderungen nach Gnade ist im US-Bundesstaat Georgia ein mutmaßlich geistig behinderter Doppelmörder hingerichtet worden. Der 54-jährige Warren Hill wurde am Dienstagabend nach der Verabreichung einer Giftinjektion für tot erklärt, wie eine Sprecherin des Strafvollzugs mitteilte.

Hill saß wegen Mordes an seiner Freundin eine lebenslange Haftstrafe ab und tötete im Gefängnis im Jahr 1990 einen Mithäftling. Dafür wurde er zum Tode verurteilt.

Hills Anwälte hatten geltend gemacht, dass ihr Mandant geistig behindert sei und gefordert, dass die Todesstrafe nicht vollstreckt wird. Demnach hat Hill einen IQ von 70. Neben Anwälten, Ärzten und ranghohen US-Persönlichkeiten wie Ex-Präsident Jimmy Carter hatte auch die EU Gnade für Hill gefordert. Der Supreme Court lehnte jedoch ein letztes Gesuch der Verteidigung am Dienstag ab.

Hills Anwalt Brian Kammer sprach von einer "illegalen Hinrichtung" und von einem "Justizirrtum". Die Hinrichtung geistig Behinderter ist in den USA eigentlich seit Längerem verboten. Allerdings ist die genaue Definition einer geistigen Behinderung den Bundesstaaten überlassen.