Tierschutz-Verordnung:Früher 7500 Katzen pro Jahr geschossen

Man kann den Eindruck bekommen, dass in der nordrhein-westfälischen Landespolitik mehr über Kätzchen diskutiert wird als über die Zukunft der Stahlindustrie. Es begann im Mai dieses Jahres, als Umweltminister Remmel aus Tierschutzgründen ein Katzentötungsverbot für die Waidmänner in ein neues Jagdgesetz geschrieben hatte. 7500 Katzen wurden bislang pro Jahr geschossen, damit sollte Schluss sein.

Doch Tausende Jäger protestierten und warnten vor einer Katzenplage mit Opfern unter Vögeln und anderen Kleintieren. Vor dem Oberverwaltungsgericht erstritten sie das Recht, Katzen, die in Lebendfallen gefangen wurden, künftig bei öffentlichen Fundämtern abgeben zu dürfen.

Tierschützer forderten Kastration

Weil das aber keine Dauerlösung ist, versucht es die Landesregierung nun mit einer neuen Musterverordnung: Zu viele Katzen täten der Katzenpopulation nicht gut. Auch Tierschutzorganisationen hatten seit Jahren mehr Kastrationen gefordert. "Anders als bei Wildkatzen regelt sich die Populationsdichte bei Hauskatzen nicht auf natürliche Weise", heißt es im Papier des Ministeriums.

Ohne Impfungen würden sich Krankheiten verbreiten. Deshalb können Kommunen nun nachzählen, wie schlimm die Lage ist. Dazu ergeht aus dem Ministerium folgender Hinweis: "Schmerzen, Leiden und Schäden sind körperliche Zustände bei Katzen, die negativ vom Normalzustand abweichen (. . .) der Tod ist als größtmöglicher Schaden zu werten." Ergebnisse sollen in einigen Monaten vorliegen.

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