Tierschutz-Verordnung:Katzenzählung in NRW

Katze Zählung NRW

Katze beim Morgenspaziergang.

(Foto: dpa)
  • In Nordrhein-Westfalen wird über eine mögliche Katzen-Plage gestritten.
  • Die Kommunen dürfen nun "Schutzgebiete" ausrufen, in denen frei laufende Katzen kastriert, gezählt und untersucht werden sollen. Danach dürfen sie wieder laufen.
  • Die Opposition kritisiert die "Katzen-Volkszählung" als zu teuer und aufwändig.

Von Bernd Dörries

Vielen war gar nicht klar, dass es noch eine solche Zahl herumstreunender Katzen gibt in Deutschland, dass so viele von ihnen den ganzen Tag irgendwo herumlungern und die Zeit totschlagen. Unter Katzen, so dachten sie, müsse Vollbeschäftigung herrschen, weil das Internet zum großen Teil aus Katzenvideos besteht, für die es wiederum Darsteller braucht.

Tatsächlich leben in Deutschland einige Millionen frei laufende Katzen und gehen ihrem ursprünglichen Lehrberuf nach - dem Herumstreunen und Sichfortpflanzen. Mit so gravierenden Folgen, dass der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) nun die Notbremse ziehen will. Sein Haus setzte eine "Verordnung zum Schutz frei lebender Katzen in bestimmten Gebieten" auf, "die den unkontrolliert freien Auslauf fortpflanzungsfähiger Katzen" beschränken oder verbieten soll.

Transitzonen für kleine Vierpföter

Es klingt ein wenig nach Transitzonen für die kleinen Vierpföter. Die Kommunen dürfen "Schutzgebiete" ausrufen, in denen frei laufende Katzen kastriert, gezählt und untersucht werden sollen. Danach dürfen sie wieder laufen.

Die Opposition hat dem Vorhaben gleich mal den Namen Katzen-Volkszählung gegeben. Im Jahr 1987 ließ die CDU im ganzen Bundesgebiet das Volk zählen, gegen große Widerstände. In Nordrhein-Westfalen führen die Christdemokraten nun den Widerstand gegen die geplante Aktion an. "Die Kommunen haben weder Zeit noch Personal für eine Katzen-Volkszählung", sagt der Landtagsabgeordnete Rainer Deppe. CDU-Landeschef Armin Laschet kennt seit Tagen kaum ein anderes Thema auf Twitter. Remmel wiederum sagt, er habe die Musterverordnung auf Bitten der Kommunen erstellt.

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