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SZ-Kolumne "Bester Dinge":Dufte Idee

Zoo in Calgary muss Pandas nach China zurückschicken

So ein Mist: Pandas haben höchstens einmal im Jahr Sex.

(Foto: Jeff Mcintosh/dpa)

Wie der Zoologe Fuwen Wei herausgefunden hat, warum sich Pandas mit Pferdeäpfeln einreiben.

Von Titus Arnu

Parfüms sind immer Geschmackssache. "Old Spice" ist als Altherrenduft verschrien, "Patschuli" erinnert an Hippiefrauen, das Eau de Parfum "Concrete" riecht nach Beton. Auch in der Tierwelt spielt die absichtliche Einduftung eine Rolle. Hunde wälzen sich in toten Mäusen. In einem Gorilla-Clan verströmt der mächtigste Silberrücken penetranten Chef-Geruch. Und Große Pandas reiben sich gerne mit Pferdemist ein.

Der knuffige Bambusbär zählt zu den seltensten Tierarten der Welt, aber auch zu den seltsamsten. Pandas haben sechs Finger an den Pfoten, aber weniger Sex als ein 25 Jahre lang verheiratetes Menschenpaar. Höchstens einmal im Jahr pflegen Männchen und Weibchen Knuffelkontakt, dementsprechend mickrig ist die Fortpflanzungsrate. Soll der herbe Pferdemist ein Aphrodisiakum sein? Veräppeln sich die rätselhaften Tiere gegenseitig aus purer Langeweile? Was soll der Mist?

Der Zoologe Fuwen Wei von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften beschäftigt sich seit zehn Jahren mit dem Thema, er hat sich da richtig reingewühlt. Traumjob Panda-Forscher! Er beobachte bizarre Rituale: In freier Wildbahn sammeln Pandas frischen Pferdedung, reiben ihn sich auf die Wangen und über den ganzen Körper. Meistens ist das Verhalten im Winter zu beobachten. Wie Wei nun in einem Fachblatt darlegt, enthalten die Pferdeäpfel ätherische Öle, die das Fell gegen Kälte imprägniert. Dufte Idee!

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© SZ/afis
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