Tiere:"Du Vollidiot!"

Wissenschaftler entdecken eine fluchende Ente, ein Gecko geht auf Fernreise, und ein Nymphensittich wäre lieber ein Kaninchen: Kurioses aus dem Tierreich.

Tiere: (Symbolbild)

(Symbolbild)

(Foto: imago stock&people)

Ripper, australischer Erpel, kann fluchen. Auf Tonaufnahmen ist zu hören, wie die männliche Lappen-Ente, die im Tidbinbilla-Naturreservat südwestlich von Canberra von Hand aufgezogen wurde, "You bloody fool" ("Du Vollidiot") quakt und außerdem eine ins Schloss fallende Tür imitiert. Ein mittlerweile pensionierter australischer Wissenschaftler hatte das vulgäre Schnattern bereits vor mehr als 30 Jahren aufgezeichnet, der niederländische Verhaltensforscher Carel ten Cate entdeckte die Datei vor einiger Zeit. "Ich dachte erst, es wäre eine lustige Fälschung", sagte er dem Guardian. Doch dann hätten er und sein Team drei weitere Lappen-Enten gefunden, die Geräusche nachahmten, unter anderem Husten. In ihrer Studie, die von der Royal Society veröffentlicht wurde, schreiben sie, es seien die ersten Beweise, dass Enten, ähnlich wie Papageien, Laute imitieren können.

Gecko im Koffer entdeckt
(Foto: RSPCA/dpa)

Gary, griechischer Gecko, hat Reisefieber. Im Koffer einer britischen Touristin flog das Reptil von seiner Heimat Kreta aus nach England. Beim Auspacken zu Hause in Altrincham bei Manchester habe sie gesehen, "wie sich etwas aus meinem Koffer herausbewegte", sagte Victoria Naylor der Nachrichtenagentur PA. Als sie anschließend ihr Zimmer durchsucht habe, habe sie nichts finden können. "Erst Tage später sah ich ihn über die Wand klettern." Sie fing den Gecko, einen Europäischen Halbfinger, ein, taufte ihn auf den Namen Gary und übergab ihn schließlich einer Tierschutzorganisation. "Er ist mehr als 2500 Meilen gereist und scheint unversehrt zu sein trotz seiner langen und abenteuerlichen Reise", sagte eine Mitarbeiterin. "Und anders als die meisten Reisenden musste er nicht einmal einen Corona-Test machen!"

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(Foto: Zoo Aquarium Madrid)

Hua Zui Ba und Bing Xing, 18 und 21, chinesische Riesenpandas im spanischen Exil, sind Eltern geworden. Laut einer Mitteilung der Zooverwaltung in Madrid brachte Hua Zui Ba Zwillinge zur Welt. Die 171,4 und 137,4 Gramm leichten Winzlinge, deren Geschlecht noch nicht bekannt sei, seien bereits Nachwuchs Nummer fünf und sechs für das Panda-Pärchen. Zwillingsgeburten sind bei Pandas nicht ungewöhnlich. Die Fortpflanzung der Tiere bereitet Biologen jedoch oftmals Kopfzerbrechen: Panda-Weibchen haben nur ein bis zwei fruchtbare Tage im Jahr, die Tiere, Männchen wie Weibchen, gelten zudem als Sex-Muffel. Die neugeborenen Zwillinge waren durch künstliche Befruchtung entstanden.

Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Zierfische der LMU in München, 2014

(Symbolbild)

(Foto: Florian Peljak)

Hermine, hessischer Nymphensittich, leidet an Identitätsverwirrung. "Ich glaube, sie denkt, sie ist ein Kaninchen", sagte Sabine Urbainsky, die Leiterin des Tierheims Fechenheim bei Frankfurt, dem Evangelischen Pressedienst. Hermine schaue ständig beim Kaninchenfutter vorbei, was daran liegen könne, dass momentan außergewöhnlich viele Kaninchen im Tierheim untergebracht seien, nämlich etwa 30 an der Zahl.

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(Foto: Harald Knitter/Wilhelma Stuttgart)

Karma, fünf Monate, schwäbischer Schneeleopard, hat einen prominenten Paten: den baden-württembergischen Finanzminister Danyal Bayaz. 1000 Euro lasse er sich die Patenschaft im Jahr kosten, sagte der Grünen-Politiker jüngst bei einem Pressetermin in der Stuttgarter Wilhelma. Als Kind habe er kein Haustier halten dürfen. Allerdings sei seine Freundin, die bayerische Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze, ein großer Katzenfan. "Kein Wunder also, dass ich bei einer Raubkatze gelandet bin." Sein anschließendes Loblied auf den Charakter von Schneeleoparden ließe sich auch für einen Wahlwerbespot verwenden: "Sie finden sich auf unsicherem Terrain zurecht, machen große Sprünge und sie brüllen nicht."

© SZ/epd/dpa/nas/lot
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