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Wirbelsturm "Pabuk":Tausende Urlauber harren in Sturmgebieten aus

  • Viele Touristen im Süden Thailands konnten ihren Urlaubsort nicht verlassen.
  • Es zeichnet sich jedoch ab, dass der Sturm die Inseln Koh Samui, Koh Phangan und Koh Tao weniger stark in Mitleidenschaft zieht als zunächst befürchtet.
  • Dennoch sind Urlauber angehalten, Sicherheitshinweise der Behörden zu befolgen.

Drinnen bleiben, besser nicht die Nase rausstrecken, auch wenn einen die Neugierde treibt. "Keine Selfies mit Pabuk", lautete der Appell von Phuwieng Prakhammintara, dem Chef der meteorologischen Abteilung in Thailand. Zu tückisch sind diese Zeiten, in denen losgerissene Gegenstände wie tödliche Geschosse durch die Luft schwirren können. Und wegbleiben vom Meer, sowieso. Die Warnungen waren an Einheimische wie an Touristen gleichermaßen gerichtet. Viele, die noch Flüge bekamen, fort von der Insel Koh Samui, haben sich rechtzeitig abgesetzt, andere sind geblieben, freiwillig oder unfreiwillig, sie wollten oder mussten den Sturm aussitzen und posteten fleißig in sozialen Netzwerken, wie es ihnen ergeht.

Kurze Clips, meistens Sturm durchs Fenster. Manchmal auch spürbarer Frust, gefangen zwischen Regen und Wind. Der IT-Experte Alessandro Baffa gehörte zu jenen, die auf Koh Samui geblieben sind, am Freitagnachmittag postete er auf Twitter noch recht entspannt aus dem Restaurant seines Ressorts: "Nur Regen und Wind bisher, nicht einmal heftig oder stark." Etwas später zeigen andere Clips, dass doch gewaltige Wellen auf den Strand donnern, wo man sonst so locker unter Palmen flanieren kann.

Die deutsche Touristin Sina Mosler aus Wiesbaden hält sich seit dem Neujahrstag auf Koh Samui auf. Ihrer Wahrnehmung nach haben die Einheimischen den Sturmwarnungen gelassen entgegengesehen. Zwar hätten Hotelmitarbeiter Sandsäcke befüllt. An der Rezeption ihres Hotels, sagte die 27-Jährige, habe man die Situation aber offenbar als wenig bedrohlich eingeschätzt. "Leider war am Donnerstagnachmmitag keine Abreise mehr möglich, da der Flugverkehr komplett eingestellt wurde. Notunterkünfte waren bis dato schon voll", sagte Mosler. Schließlich sei sie mit anderen Touristen, die ebenfalls ihren Urlaub in einem Hotel am beliebten Chaweng Beach verbringen wollten, in ein höher gelegenes Hotel im Inneren der Insel gebracht worden. "Jetzt sind wir sicher", schilderte sie der SZ via Messenger-Dienst.

"Hier war alles heute gar nicht so schlimm", sagte die Aschaffenburgerin Natascha Geis, die mit ihrem Mann und zwei Kindern auf Phuket ausspannt, einer der meistbesuchten Ferieninseln Thailands. Sie liegt an der Westküste und ist weit weniger betroffen als die Urlauberzentren auf der Ostseite Thailands. Der SZ sagte die Mutter im Telefonat: "Mehr Wind und mehr Regen als sonst, das hat es schon gegeben. Aber wir mussten hier keine Angst haben, der Urlaub war sehr schön die vergangenen Tage, jetzt haben wir halt eine kurze nasse Phase zwischendurch, die uns nicht allzu sehr einschränkt."

Aus entspannten Ferien am Strand, wie sie sich viele erträumen, dürfte es die kommenden Tage erst mal nichts werden. Der Sturm rast mit einer Geschwindigkeit zwischen 70 und 80 Kilometern proi Stunde über den Süden von Thailand. Es wird die Inseln Golf von Thailand - Koh Samui, Koh Phangan und Koh Tao - nach ersten Erkenntnissen nicht ganz so heftig treffen wie befürchtet, auf dem Festland wüten die Wellen und der Wind schlimmer, dort waren Wellen in Höhe von drei bis fünf Metern erwartet worden, wie die Bangkok Post schrieb. An der Westseite, dem Indischen Ozean zugewandt, rechneten die Gemeinden rund um Krabi mit schon geringeren Sturmstärken und kleineren Wellen als im wilden Osten, wo der Sturm ungebremst über das Südchinesische Meer heranpeitscht.

Nach bisherigen Erkenntnissen ist mindestens ein Mensch, ein Fischer, ums Leben gekommen, ein weiterer Mann wurde am Freitag noch vermisst, wie die Tageszeitung Khao Sod berichtete.

Wie viel Schaden der Sturm anrichten wird und wie die ausharrenden Touristen entlang der Route von Pabuk das alles überstehen, wird sich erst am Samstag genauer zeigen. Das Auswärtige Amt setzte zum Wochenende schon mal diesen Hinweis für Thailand-Urlauber ab: "Reisende müssen auch mit Beeinträchtigungen im Fähr- und Flugverkehr rechnen". Selbst wenn Pabuk am Ende nicht ganz so wild werden würde wie anfangs befürchtet und noch zum tropisches Tiefdruckgebiet herabgestuft würde, so war größeres Urlaubschaos unvermeidbar. Weil der Sturm so viele Pläne durcheinandergewirbelt hat und Tausende Touristen entlang der Sturmroute überlegten, wo sie denn ad hoc in Thailand womöglich besser aufgehoben sein könnten, um doch noch einen stressfreien Urlaub zu verbringen.

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