bedeckt München 17°
vgwortpixel

Terrormiliz IS:Scotland Yard fahndet nach drei Schülerinnen

  • Die britische Polizei fahndet nach drei britischen Mädchen, die sich womöglich der Terrormiliz "Islamischer Staat" in Syrien anschließen wollen.
  • Eine Freundin der drei soll bereits IS-Mitglied sein.

Suche nach verschwundenen Mädchen

Die britische Polizei sucht nach drei Schülerinnen aus London, die sich womöglich der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien anschließen wollen. Die drei Mädchen, zwei 15-Jährige und eine 16-Jährige, seien am Dienstag vom Londoner Flughafen Gatwick nach Istanbul geflogen ohne ihre Familien darüber zu informieren.

Scotland Yard ruft dazu auf, bei der Suche nach Shamima Begum, Khadija Sultana und einem dritten Mädchen, deren Name nicht genannt wurde, zu helfen. Richard Walton, Leiter der Anti-Terror-Einheit von Scotland Yard, sagte dem britischen Guardian: "Wir sorgen uns sehr um die Sicherheit dieser Mädchen und bitten dringend jeden, der Informationen hat, sich an uns zu wenden. Vorrang hat für uns die sichere Rückkehr der Mädchen zu ihren Familien."

Freundin der Schülerinnen wird bereits in Syrien vermutet

Die drei Mädchen besuchten die gleiche Schule, Bethnal Green im Osten der britischen Hauptstadt, und waren mit einer 15-Jährigen befreundet, die sich vergangenen Dezember dem IS angeschlossen haben soll. Wie der Guardian weiter berichtet, wurden die drei damals zum Verschwinden ihrer Bekannten befragt. Die Kriminalbeamten seien jedoch nicht davon ausgegangen, dass die Schülerinnen sich selbst dem IS anschließen würden. Diese Einschätzung hat sich jetzt geändert.

Ruf nach besseren Aureisekontrollen

Britische Experten gehen davon aus, dass sich bislang etwa 50 Mädchen und junge Frauen aus Großbritannien der Terrormiliz in Syrien angeschlossen haben. Nach Angaben der Behörden nehmen sie dabei oft den Weg über die Türkei. Die Fluggesellschaft muss sich dem Bericht zufolge nun fragen lassen, warum sie die Polizei nicht über die allein auf dieser Strecke reisenden Mädchen informierte. "Wenn wir einen Hinweis erhalten hätten, hätten wir eventuell noch einschreiten können", sagte Walton.

Rushanara Ali, Labour-Abgeordnete im Wahlbezirk der drei Mädchen, kritisierte die laxen Grenzkontrollen. Die Regierung müsse überprüfen, ob diese für Minderjährige auf dem Weg nach Syrien ausreichten, sagte auch Salman Farsi, Pressesprecher der Moschee in East London. Farsi sei von der Schwester eines der verschwundenen Mädchen um Hilfe gebeten worden, berichtet der Guardian. Das Mädchen habe am Telefon angefangen zu weinen.

Scotland Yard drängt nun darauf, die Mädchen zu finden, solange sie sich in der Türkei aufhalten. Die Terrormiliz IS, die Teile des Iraks und Syriens kontrolliert, hindere Mädchen und junge Frauen häufig daran, das Land wieder zu verlassen, meist dürften sie nicht einmal das Haus ohne Bewachung verlassen.

© SZ.de/fran/feko

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite